Hochwasser am Mississippi Memphis rüstet sich für Jahrhundertflut

Häuser stehen unter Wasser, Hunderte Menschen leben in Notunterkünften: Der US-Bundesstaat Tennessee kämpft mit den Wassermassen des Mississippi. Besonders schwer ist die Großstadt Memphis betroffen - dabei werden die höchsten Pegelstände erst noch erwartet.

AFP

Memphis - Ausnahmezustand im US-Bundesstaat Tennessee: Am Wochenende haben Einsatzkräfte weitere Bewohner aufgefordert, sich vor den Fluten des Mississippi in Sicherheit zu bringen. Insgesamt galt für mehr als 1300 Haushalte eine Evakuierungsempfehlung, 370 Menschen leben in Notunterkünften. Tausende flüchteten vor den Wassermassen, die seit Ende April über die Ufer treten.

Tiefer gelegene Viertel von Memphis stehen bereits unter Wasser. Mitarbeiter der Behörden gingen von Tür zu Tür und forderten Einwohner auf, ihre Häuser zu verlassen, bevor der Fluss den für Dienstag erwarteten Höchststand erreicht. Er soll 14,63 Meter betragen. Als Rekord gilt die Marke von 14,84 Metern aus dem Jahr 1937.

Mit der Flut wächst auch die Kritik an den Behörden. Einwohner der betroffenen Stadtgebiete sagten, sie hätten noch keine Politiker oder Mitarbeiter der Stadt in den überfluteten Vierteln gesehen. "Die gewählten Vertreter sollten hierher kommen und mit eigenen Augen sehen, was wir hier durchmachen", sagte ein Mann vor seinem überschwemmten Haus im Süden der Stadt.

Während sich in Memphis im Süden Tennessees die Lage zuspitzt, scheint sich die Situation im Nordwesten Tennessees und im Nachbarstaat Kentucky zu entspannen. Die Gebiete blieben von katastrophalen Überflutungen verschont. Allerdings wurden ein paar tief liegende Städte und Ackerland entlang des Flusses überflutet. Immerhin war es vielen der 4000 Flutvertriebenen in Kentucky möglich, nach Durchfluss der Wellen wieder in ihre Häuser zurückzukehren.

Für das Hochwasser werden heftige Regenfälle und die Schneeschmelze verantwortlich gemacht. Der Mississippi führt derzeit so viel Wasser, dass sich sogar die Nebenflüsse anstauen. Sorge herrscht auch flussabwärts im Mississippi-Delta und in Louisiana. Dort wird mit einer Überschwemmung wertvollen Ackerlandes gerechnet.

Die Behörden in Louisiana warnten: Selbst wenn ein Ablauf nordwestlich der Stadt Baton Rouge geöffnet wird, könnte das Hochwasser in einigen Teilen der Region bis zu sieben Meter hoch stehen.

Bislang waren zwei Dämme - in Illinois und Missouri - gesprengt worden, um den Fluss zu entlasten. Präsident Barack Obama erklärte Teile der betroffenen Staaten zu Katastrophengebieten. Er versprach finanzielle Hilfe.

Der Mississippi ist mit knapp 3800 Kilometern einer der längsten Flüsse der Welt. Er entspringt im nördlichen US-Bundesstaat Minnesota, fließt durch den mittleren Teil der Vereinigten Staaten und mündet in den Golf von Mexiko.

hut/ulz/Reuters/dapd



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marypastor 09.05.2011
1. Das ist ja nun immer so.
Zitat von sysopHäuser stehen unter Wasser, Hunderte Menschen leben in Notunterkünften: Der US-Bundesstaat Tennessee kämpft mit den Wassermassen des Mississippi. Besonders schwer ist die Großstadt Memphis betroffen -*dabei werden die höchsten Pegelstände erst noch erwartet. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,761412,00.html
Die Leute, die in der Naehe grosser Fluesse leben, wissen, dass sie von Ueberschwemmungen bedroht sind, ziehen aber nicht weg. Wenn dann was passiert, sind die Politiker und die Behoerden Schuld.
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