Hochwasser am Sonntag "Ora et labora"

Bete und arbeite lautet das Motto am Sonntag an der Hochwasserfront. Noch immer kämpfen Helfer an den weichen Deichen gegen Sickerwasser. In Gottesdiensten wird der 20 Todesopfer gedacht.


Feste Burg: Pfarrer Horst-Friedrich Härke verlässt seine Kirche in Sückau im niedersächsischen Amt Neuhaus über eine Hochwasser-Treppe
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Feste Burg: Pfarrer Horst-Friedrich Härke verlässt seine Kirche in Sückau im niedersächsischen Amt Neuhaus über eine Hochwasser-Treppe

Hannover - Die Jahrhundertflut ist an der niedersächsischen Elbe am Sonntagmorgen weitgehend unter Kontrolle. Zwar sei die Lage noch immer angespannt, doch die aufgeweichten Deiche hielten, teilten die Krisenstäbe mit. Unermüdliche Helfer dichteten auch in der Nacht Sickerstellen ab. In Teilen des Landkreises Lüneburg hatte es heftige Gewitter und starke Regenfälle gegeben, was die Situation aber nicht verschärft habe. Kritisch ist es nach wie vor in Amt Neuhaus am östlichen Elbeufer. Mit Gottesdiensten in Sachsen und Sachsen-Anhalt wollten die Kirchen den Flutopfern neue Hoffnung geben.

Der Deutschen Bahn entstanden durch die Flutkatastrophe hohe finanzielle Schäden. "Wir rechnen mit einem Betrag im oberen dreistelligen Millionenbereich", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn der "Bild am Sonntag". Nach seinen Worten sind allein in Sachsen 700 Kilometer Gleise (das sind mehr als 20 Prozent des gesamten Schienennetzes) zerstört oder schwer beschädigt worden. Die Bahn will die entstandenen Kosten laut Mehdorn selbst finanzieren.

In Sachsen-Anhalt brachten sinkende Pegelstände in weiten Teilen erste Entspannung. Am Dessauer Elbabschnitt, wo die Fluten auch das Unesco-Welterbe Wörlitzer Gartenreich bedrohen, brachte die zweite Sprengung eines Deichabschnittes ein Sinken des Wasserdrucks. Nach wie vor gefährdet ist auch die Region Bitterfeld.

Ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Dresdner Schlossplatz steht am Sonntag ganz im Zeichen der Flutkatastrophe. Die Feier wird gemeinsam von dem evangelischen Landesbischof Volker Kreß und dem katholischen Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, zelebriert. Auch Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hat seine Teilnahme zugesagt.

Im Freistaat werden auch am Sonntag die Aufräumarbeiten nach dem verheerenden Hochwasser fortgesetzt. Auch die Kirchgemeinden in Sachsen-Anhalt wollen die Kirchen bei ihren Gottesdiensten der Flutopfer gedenken.

Die Lage an der Elbe bei Wittenberge (Brandenburg) hat sich weiter stabilisiert. Das Wasser stand am Sonntagmorgen 6,66 Meter hoch, wie ein Sprecher des zentralen Krisenstabs in Potsdam sagte. Das waren rund 30 Zentimeter weniger als noch am Tag zuvor. Der Wasserstand liegt normalerweise bei zwei Metern. Der örtliche Krisenstab in Wittenberge hob die höchste Warnstufe auf. Wie ein Sprecher des Kreises sagte, ist die Situation am Deich wegen des anhaltenden Wasserdrucks weiter kritisch, aber nicht bedrohlich.





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