Hochwasser Ein Toter und drei Vermisste in Tschechien

Heftige Regenfälle führen auch in Deutschlands Nachbarländern zu Überschwemmungen. In weiten Teilen Tschechiens wurde Hochwasseralarm ausgelöst - eine Frau kam ums Leben, drei Wassersportler werden vermisst.

Hochwasser in Tschechien: Prager Altstadt von Überflutung bedroht
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Hochwasser in Tschechien: Prager Altstadt von Überflutung bedroht


Wien/Basel/Prag - In Tschechien hat sich die Hochwasserlage dramatisch zugespitzt. An mehr als 40 Orten galt am Sonntag die Warnstufe 3 - das signalisiert erhebliche Gefahr. Bei Prag stürzte ein Wochenendhaus wegen des matschigen Untergrunds ein. Die Hausbesitzerin starb, wie die nationale Agentur CTK meldete. In Böhmen werden drei Wassersportler vermisst. Die Polizei musste die Suche nach ihnen wegen der hohen Pegel abbrechen.

In der Stadt Hostinne am Oberlauf der Elbe waren Hubschrauber im Einsatz, um Einwohner aus ihren Häusern zu retten. In den westlichen und südlichen Landesteilen wurden Straßen und Bahnstrecken gesperrt. Die Regierung schickte rund 200 Soldaten zum Hilfseinsatz. In Prag arbeitete die Feuerwehr seit der Nacht auf Sonntag auf Hochtouren, um Deiche zu sichern und Hochwasserbarrieren zu errichten. Unter anderem ist auch die Prager Altstadt von einer Überflutung bedroht. Ein Feuerwehrsprecher nannte die Hochwasserlage "sehr ernst".

Im August 2002 hatte Tschechien das schlimmste Hochwasser seiner Geschichte erlebt. Damals stand etwa ein Drittel des Landes unter Wasser, 17 Menschen kamen in den Fluten ums Leben.

Tausende Katastrophenhelfer sind in Österreich und der Schweiz im Einsatz. In beiden Alpenländern wurden Straßen überflutet oder durch Hangrutsche unbefahrbar gemacht. Die Bewohner etlicher Häuser mussten in Sicherheit gebracht werden. Auf dem Rhein zwischen der Schweiz und Frankreich sowie Deutschland war auch am Sonntag jeglicher Schiffsverkehr untersagt.

Der an Bayern grenzende Innkreis war in Österreich besonders stark betroffen. Dort wurde die Evakuierung der gesamten Ortschaft Ettenau angeordnet, nachdem die Salzach über die Ufer getreten war. Betroffen sind mehrere hundert Bewohner. Derweil stiegen auch die Pegelstände von Inn und Donau weiter an. Die Feuerwehr fürchtete nach eigenen Angaben ein ähnliches Ausmaß wie beim sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2002. Gefährdet waren am Sonntag auch Teile von Linz.

In Gebirgsregionen von Vorarlberg löste Dauerregen Murenabgänge aus - rasch abwärtsfließende Ströme aus Schlamm und Geröll. Dadurch mussten mehrere Straßen gesperrt werden, darunter auch ein Abschnitt der Rheintalautobahn (A14) bei Dornbirn-Nord. In Salzburg werden nach einem Murenabgang zwei Menschen vermisst.

Der Krisenstab in Basel forderte die Bevölkerung auf, sich nicht in die unmittelbare Nähe des Rheinufers zu begeben. An mehreren Uferabschnitten wurden Schutzbauten erstellt und Sandsäcke aufgetürmt. Der Schiffsverkehr zwischen Rheinfelden und der Schleuse Kembs (Frankreich) ist seit Samstag eingestellt. In Alptal im Kanton Schwyz mussten wegen eines drohenden Hangrutsches zahlreiche Häuser evakuiert werden.

wit/dpa



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jaguaros 03.06.2013
1. Report aus Prag
Zur Zeit heute frueh ist der Wasserpegel der Moldau etwa 1,5 m unter dem im Jahr 2002. Es soll sich heute aber stabilisieren. Zur Zeit um 7:00 regnet es nur wenig. Die Schulen und Kindergaerten sollen geschlossen werden. U-Bahn ist fuer die Stadtmitte unterbrochen. Einige Vororte von Prag wurden in der Nacht teilevakuiert. Wesentlich schlechter sieht es in den Regionen West, Nord und Sued aus. Hier ist es zur erheblichen Schaeden bereits gekommen. Prag hat es noch nicht so schwer erwischt jedoch haengt es von weiterem Entwicklung ab. Angeblich maschiert weitere Regenfront vom Polen an Boehmen zu. Es ist auch anzunehmen dass die Elbe einige Probleme in Deutschland verursachen kann.
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