Hochwasser in Polen Flutwelle erreicht Warschau

Durch die Flutwelle der Weichsel stehen in der polnischen Hauptstadt Warschau erste Uferwege unter Wasser. Noch halten die Dämme. In Ostpolen dagegen bereiten sich 10.000 Menschen darauf vor, ihre Häuser zu verlassen.


In Warschau erreichte die Weichsel einen Höchstand von gut sieben Metern
DPA

In Warschau erreichte die Weichsel einen Höchstand von gut sieben Metern

Warschau - Während die Flutwelle der Weichsel die polnische Hauptstadt Warschau erreicht hat, bedroht die etwa 100 Kilometer lange zweite Flutwelle erneut Dörfer in Ostpolen. Derzeit bereitet sich der örtliche Krisenstab auf die Evakuierung von etwa 10.000 Menschen in zwei Gemeinden bei Braciejowice vor, berichtete der polnische Rundfunk. Dort hofft die Feuerwehr, der zweiten Welle Einhalt gebieten zu können. Sollte das nicht gelingen, droht ein zehn Kilometer breites Gebiet überflutet zu werden. Busse und Lastwagen seien unterwegs, um die Menschen in der Region in Sicherheit zu bringen, hieß es.

In Kamien, wo das Hochwasser am Montag eine 50 Meter breite Lücke in den Deich riss, wird der Damm nun obendrein überflutet, berichtete der Rundfunk weiter. Auch dort evakuieren die Einsatzkräfte weiter. Viele Menschen haben das Unglücksgebiet zwar schon an den vergangenen Tagen verlassen, aber einige Dutzend harrten trotz steigender Fluten auf den Dachböden und Dächern ihrer Häuser aus. Dutzende von Ortschaften und Hunderte von Bauernhöfen waren in der vierten Nacht in Folge von der Außenwelt abgeschnitten. In Sandomierz sank der Pegelstand leicht, die Gefahr an den durchweichten und löchrigen Deichen war jedoch nicht gebannt.

Das Hochwasser in Polen...
DPA

Das Hochwasser in Polen...

In Warschau erreichte die Weichsel in der Nacht einen Höchststand von gut sieben Metern. Größere Schäden wurden nicht gemeldet. Der Fluss trat über die Ufer und war teilweise nur wenige Meter von einer der Hauptumgehungsstraßen am rechten Ufer entfernt, die unterhalb des Deichs verläuft. Der Pegelstand lag um 22 Uhr bereits einen halben Meter über dem Wasserstand während des Hochwassers vor vier Jahren. Der Krisenstab zeigte sich zuversichtlich, dass es nicht wie im Süden und Südosten Polens zu größeren Zerstörungen kommt und die Deiche im Laufe der Nacht überflutet werden.



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