Hochwasser in Polen Wieder ein Deich gebrochen

Die Helfer sind unermüdlich im Einsatz - doch gegen die Kraft der Wassermassen haben sie keine Chance. Im ostpolnischen Hochwassergebiet bei Kamien ist ein weiterer Wall gebrochen.


In Warschau erreichte die Weichsel einen Höchstand von gut sieben Metern
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In Warschau erreichte die Weichsel einen Höchstand von gut sieben Metern

Warschau - Vor dem Deichbruch waren dort schon die Uferwälle überflutet worden. Der Krisenstab forderte Amphibienfahrzeuge an, um die Dörfer zu evakuieren. Allerdings gebe es keine geeigneten Transportmöglichkeiten für das Armeegerät, berichtete der Rundfunksender RMF. In den Orten in der Umgebung von Kamien bereiten sich 6000 Menschen auf eine Flucht vor.

Die Zahl der Todesopfer in dem seit acht Tagen andauernden Hochwasser hat sich auf 14 erhöht. In Warschau stürzte einer der zahlreichen Hochwasser-Zuschauer ins Wasser und ertrank.

In der seit vier Tagen vom Hochwasser geschundenen Region um Sandomierz hat sich die Lage dagegen ein wenig entspannt. Das Wasser der Weichsel fällt dort langsam, aber stetig. "Noch ein halber Meter, dann ist die Gefahr vorbei", sagte ein Feuerwehrmann im polnischen Rundfunk. Noch immer stehen dort vier Dörfer unter Wasser, allein in dieser Gegend wurden 12.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

DER SPIEGEL
Inzwischen hat die Flutwelle der Weichsel Warschau erreicht. Dort hat der Fluss einen Höchststand von 7,05 Metern - fast 60 Zentimeter über der Hochwassermarke. Eine Bedrohung ist die Flut für die polnische Hauptstadt mit ihren zwei Millionen Einwohnern aber nicht. Der Krisenstab geht davon aus, dass die Deiche der Belastung standhalten. Der Fluss trat über die Ufer und war teilweise nur wenige Meter von einer der Hauptumgehungsstraßen am rechten Ufer entfernt, die unterhalb des Deichs verläuft.





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