Hochwasser in Thailand Regierung will Milliarden in den Wiederaufbau stecken

Die thailändische Regierung erwägt nach den verheerendsten Überschwemmungen seit 50 Jahren ein milliardenschweres Wiederaufbauprogramm. Hunderte Fabriken stehen seit Wochen unter Wasser, der finanzielle Schaden steigt täglich an.

Großer Schaden: Autos in den Fluten von Bangkok
DPA

Großer Schaden: Autos in den Fluten von Bangkok


Bangkok - Für das Wiederaufbauprogramm "Neues Thailand" sollen 800 bis 900 Milliarden Baht - bis zu 21 Milliarden Euro - locker gemacht werden, berichteten thailändische Lokalzeitungen am Montag. Diese Summe habe Regierungschefin Yingluck Shinawatra bei einer Sondersitzung des Kabinetts am Sonntag genannt.

Allein für 100 Milliarden Baht sollen im Laufe eines Jahres die Industrieparks mit Hunderten Fabriken wiederaufgebaut werden, die teils schon seit Wochen unter Wasser stehen. 600 bis 800 Milliarden Baht seien für eine Neustrukturierung der Wasserentsorgung aus den Hochwassergebieten vorgesehen, die jedes Jahr in der Monsunsaison überflutet werden. Mehrere Länder hätten bereits Wiederaufbauhilfe vorgeschlagen, darunter günstige Kredite und Technologie.

Thailand und andere Länder in Südostasien haben eine besonders heftige Monsunsaison erlebt. Die Überschwemmungen sind nach Expertenmeinung aber auch auf veraltete Abwassersysteme und schlechte Planung zurückzuführen. So hätten etwa Stauseen viel früher kontrolliert geleert werden müssen.

Landesweit kosteten die Wassermassen in den vergangenen drei Monaten nach Regierungsangaben 381 Menschen das Leben. 110.000 Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen, davon 10.000 in Bangkok. Hunderttausende haben keine Arbeit mehr, der finanzielle Schaden geht in die Milliarden Dollar - und wird jeden Tag größer.

Rotes Kreuz warnt vor Krankheiten

Bangkok scheint allerdings von der ganz großen Katastrophe verschont zu bleiben. Deiche und Schutzwälle rund um den Fluss Chao Phraya konnten das Stadtzentrum bislang größtenteils vor den Wassermassen bewahren. Sonnenschein löste zudem mittlerweile den wochenlangen Regen ab. Im Norden der Stadt sind zwar weiterhin einige Bezirke überflutet, die meisten Teile von Bangkok sind allerdings trocken. Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra sagte am Sonntag, wenn kein Regen mehr falle, werde sich die Lage ab Dienstag entspannen.

Zehntausende Menschen waren in den vergangenen Tagen aus Angst vor den Wassermassen aus Bangkok in Richtung der Küstenregionen geflohen, nachdem die Regierung fünf arbeitsfreie Tage angeordnet hatte. Inzwischen kündigte die Regierung aber an, die Anordnung nicht zu verlängern.

Trotz der allmählichen Entspannung der Lage warnte das Rote Kreuz vor Krankheiten durch das teils seit zwei Wochen in den Straßen stehende faulige Wasser. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind derzeit vor allem Erkältungen und Entzündungen an den Füßen ein Problem.

Beim Handelsministerium sind nach einem Bericht der Zeitung "Nation" zahlreiche Beschwerden wegen Wucherpreisen eingegangen. Die Regierung werde deshalb Höchstpreise verordnen, unter anderem für Trinkwasser und Gummistiefel, berichtete die Zeitung.

bim/dpa/AFP

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blob123y 31.10.2011
1. Na na
es wird wie immer sein, ein Grossteil der Steuergelder wird ueber Kickbacks in die Taschen der Politiker fliessen und am anderen Ende wird nur mini ankommen. Interessant wird z.B. sein zu sehen ob die bei kuenftigen Neubauten von Industriezonen die Gegend ein bis 2 Meter vorher aufschuetten um bei der naechsten Flut im Trockenen zu sein. Ich geh' eine Wette ein das die das nicht tun denn wenn das Wasser diesmal weg ist denkt keiner mehr daran und naechstes Jahr hat man dasselbe, ist immer so. Das letzte derartige Hochwassser war 1942 und was haben die in 70 Jahren gelernt > nichts !
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