Tief "Dennis" Hochwasser-Krise - Kritik an Regierung in London

Das Hochwasser-Risiko in Großbritannien bleibt hoch, Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Doch Premier Boris Johnson verzichtet auf einen Krisenstab.
In Wales mussten Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden

In Wales mussten Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden

Foto: Ben Birchall/ dpa

Das Hochwasser-Risiko in Großbritannien wird nach Expertenansicht noch Tage bestehen bleiben. Mehr als tausend Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen, noch immer sind zahlreiche Straßen und Bahnstrecken gesperrt. Gleichzeitig wird die Kritik am Umgang der Regierung mit dem Hochwasser immer größer.

Sturm "Dennis" hatte am Wochenende enorme Regenmengen mitgebracht. In einigen Regionen regnete es an einem Tag so viel wie sonst im Monatsdurchschnitt. Besonders betroffen war der Süden von Wales, wo viele Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht wurden. Die Behörden warnten vor "lebengefährlichen Fluten".

DER SPIEGEL

Da erst eine Woche zuvor ein anderer Sturm mit viel Regen durch das Land gezogen war, waren die Böden schon gefährlich aufgeweicht. Es gab Hunderte Hochwasserwarnungen. "Dennis" hatte Sturmböen mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 140 Kilometern pro Stunde mit sich gebracht.

"Wir werden niemals jeden einzelnen Haushalt schützen können"

George Eustice, britischer Umweltminister

Angesichts der bedrohlichen Lage hagelte es Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die oppositionelle Labour-Partei hinterfragte, warum Premier Boris Johnson nicht den nationalen Krisenstab einberufen habe. Dies hatte er zum Beispiel bei einem Unwetter im November veranlasst.

"Wir haben getan, was wir tun konnten", sagte hingegen George Eustice, seit einigen Tagen der neue Umweltminister Großbritanniens, dem Nachrichtensender Sky News. Am Ausmaß der Schäden sei die "Natur des Klimawandels" schuld, das Wetter werde immer extremer. "Wir werden niemals jeden einzelnen Haushalt schützen können."

lmd/dpa
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