Höhenkrank Zwei Bergsteiger sterben am Everest

Am Everest gibt es die ersten Todesfälle der Saison: Ein 35-jähriger Bergsteiger aus den Niederlanden und ein weiterer Ausländer starben an der Höhenkrankheit.

Bergsteiger am Mount Everest
DPA

Bergsteiger am Mount Everest


Eric Arnold hatte viermal vergeblich versucht, die Gipfel des höchsten Berges der Welt zu erklimmen. Im vergangenen Jahr überlebte er dort eine Lawine, wie die "Himalayan Times" berichtet. Am Freitag stand er endlich oben, auf dem 8850 Meter hohen Mount Everest. Doch dann wurde der 35-jährige Rotterdamer höhenkrank, obwohl er genug Flaschensauerstoff dabei hatte. Er starb in der Nacht.

Wie ein Sprecher des nepalesischen Tourismusministeriums in Kathmandu sagte, sei noch ein weiterer Ausländer an Höhenkrankheit gestorben. Die Nationalität des zweiten Toten ist noch nicht bekannt. Am benachbarten Lhotse, dem vierthöchsten Berg der Welt, kam in der vergangenen Woche bereits ein Nepalese ums Leben. Er stürzte ab, während er Seile für Kletterer befestigte.

Wie die Agentur Seven Summit Treks mitteilte, starb Eric Arnold in der Nähe des South Col, eines Passes auf 7906 Meter zwischen Everest und Lhotse. Hier befindet sich das Camp IV, das letzte vor dem Gipfelanstieg. Der Niederländer habe über Schwäche geklagt, sagte Pasang Phurba vom Veranstalter in Kathmandu, er habe aber nicht mehr auf eine niedrigere Höhe absteigen können.

Mehr Details seien wegen der schlechten Kommunikationsmöglichkeit mit der Expeditionscrew am Berg noch nicht bekannt. Es werde aber Tage und einige Hilfskräfte benötigen, bis die Leiche geborgen werden könne. "Wir tun unser Bestes, um den Körper zu Camp II zu bringen, dort kann ihn ein Hubschrauber abholen und nach Kathmandu fliegen", sagte Pempa Sherpa, Manager von Seven Summit Treks, der "Himalayan Times".

Rekord: Zum siebten Mal auf dem Everest

In den vergangenen Tagen gab es wegen der guten Bedingungen im Himalaya einen Massenansturm auf den Everest. Seit dem 11. Mai haben bereits 330 Bergsteiger den Gipfel von der nepalesischen Seite aus erreicht und einige über die Nordroute von China. Am Donnerstag wurde vermutlich sogar ein Rekord der meisten Gipfelsiege an einem Tag aufgestellt. Noch gibt es aber keine offizielle Zahlen.

Einen bestätigten Rekord feierte dagegen die Nepalesin Lhakpa Sherpa: Als erste Frau erklomm sie den Everest zum siebten Mal. Am Freitag habe sie den Gipfel erreicht, berichtete die "Himalayan Times". Die 42-Jährige, die in den USA lebt, hatte den Berg bereits sechsmal zwischen 2000 und 2006 bezwungen. Den Rekord bei den Männern hält ebenfalls ein Nepalese: Apa Sherpa erreichte den Gipfel bereits 21 Mal.

Im vergangenen Jahr waren alle Everest-Expeditionen abgesagt worden, nachdem ein Erdbeben der Stärke 7,8 große Teile Nepals und auch das Basislager des Mount Everest verwüstet hatte. 19 Bergsteiger kamen damals ums Leben, zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand in einem Jahr kein Mensch auf dem Gipfel.

Im Jahr 2014 starben 16 Menschen, als eine Lawine den gefährlichen Khumbu-Eisbruch verschüttete. Danach erreichte zwar die Chinesin Wang Jing den Gipfel, jedoch war ihr Aufstieg umstritten: Sie hatte sich in einem Helikopter über den verschütteten Khumbu-Eisbruch fliegen lassen und dann den Gipfel erreicht.

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Mehr als 150 Bergsteiger: Massenandrang auf dem Everest

abl/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 18 Beiträge
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El pato clavado 21.05.2016
1. Sie können's nicht lassen
jeder muss an seinen eigenen Defiziten verrecken. In diessem Falle Selbstüberschätzung, Grössenwahn und Unbelehrbarkeit. Anteilnahme in diesem Falle bei mir schwer im Defizit
kasam 21.05.2016
2. Die ersten Bergsteiger waren wirkliche Bergbezwinger.
Heut zu Tage begehen :: Bergsteiger :: entlang der Seile die von Sherpas dort gezogen worden sind. Die einzigen in der heutigen Zeit, die wirklich den Berg bezwingen, das sind die Sherpas, alles andere sind behütete und begleitete Bergsteiger all inkl. Aber die Sherpas haben ein gesichertes Einkommen, was wirklich ihre Situation und die Lebensbedingungen ihrer Familien etwas verbessert.
melnibone 21.05.2016
3. Oh ... diese ´gefrorene´ Wasser ...
und sich drehende Wetterverhältnisse in Höhen die erklommen bzw. auf ´die Geführt´ werden soll. Menschen sterben bei der/dem Verwirklichung/Erfahren ihrer ´ultimativen´ Kicks. Niemand nur sie selbst ... wollten genau dorthin und DAS.
ge1234 21.05.2016
4. Im Ernst?
Der South Col soll ein Pass auf 7906 m Höhe sein? Schlimm genug, dass es dem Verfasser ( Praktikant??) nicht auffällt, was er da für einen Käse schreibt, aber schaut denn da vor Veröffentlichung nicht noch einmal jemand drüber?
mittekwilli 21.05.2016
5. Höhenkrankheit
Die habitable Zone endet irgendwo zwischen 4000- 5000m darüber hat jeder Mensch irgendwann Symtome der Höhenkrankheit. Eine der größten Gefahren ist dabei der Verlust der Vernunft.
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