Hollywood Der ganz normale Wahnsinn

Statt Silikon trägt Pamela Anderson jetzt einen Schnuller am Herzen. Und Leonardo DiCaprio möchte nicht als Werbeträger für eine Eisdiele herhalten. Da hilft nur noch der gelgestärkte Wonderbra. Oder?

Von Kay-Alexander Scholz


Pamela Anderson: Auf dem Weg zur Seriosität?
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Pamela Anderson: Auf dem Weg zur Seriosität?

Noch ist sie auf dem Bildschirm zu bestaunen - Pamela Anderson, die Frau fürs Pralle. Doch die Zeiten könnten sich ändern, weil nämlich Pamela sich ändern will. "Ich bin am liebsten Ehefrau und Mutter, alles andere ist Arbeit. Eigentlich möchte ich nur noch Hausfrau und Mutter und ganz für die Familie da sein." So sagte sie's der Programmzeitschrift TV-Today. Folgt nun die Entschärfung der Sexbombe? Vom Silikon-Kissen zur Pampers-Windel, ein ungewöhnlicher Lebensabschnittswechsel wäre das ja schon.

Die Frage nach dem Warum drängt sich auf. Ist der Baywatch-Star etwa keine Schauspielerin mit Leib und Seele, sondern nur skrupellose Vermarkterin von Jugend und barocker Schönheit? Enttäuschung macht sich breit. Okay, nicht wirklich. Aber ein anderes Motiv für den Ausstieg hätte es schon sein können, ein geplantes Medizinstudium beispielsweise. Pamela jedoch versagt sich dem modernen Feminismus und fährt - unter veränderten Bedingungen - in ihrem Bestreben fort, Männerherzen zu erquicken. Der Moment für den Neuanfang ist günstig, meint Pamela. "Tommy hat aufgehört zu trinken. Das vereinfacht die Sache sehr."

Leonardo DiCaprio: Manchmal kann er ganz schön zickig sein
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Leonardo DiCaprio: Manchmal kann er ganz schön zickig sein

So gar kein Glück hat derzeit Gerhard Bentrup, ein Eisdielen- und Sonnenstudiobesitzer in Bad Salzuflen. Er hatte seinen Laden "Di Caprio" genannt. Dem bekannten 24-jährigen Hollywood-Star Leonardo DiCaprio war das wohl irgendwie zu Ohren gekommen. Er verklagte den Kleinunternehmer, schließlich soll sein Name nicht mit "Pfirsich-Melba", "Kirsche" und "Bananasplit" in Verbindung gebracht werden und schon gar nicht mit bräunenden UV-Röhren.

Das Corpus Delicti
DPA

Das Corpus Delicti

Das Oberlandesgericht in Hamm hat nun die einstweilige Verfügung des Bielefelder Landgerichts bestätigt, wonach Herr Bentrup sein Firmenschild verdecken muss. Auch mit dem Kompromissvorschlag, das Geschäft "Caprio" zu nennen, zeigten sich die Hollywood-Anwälte nicht einverstanden. Herr Bentrup aber will nicht aufgeben, schließlich sei "Di Caprio" in Italien ein Allerweltsname.


Kirsty, Kelly und der neue Wonderbra
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Kirsty, Kelly und der neue Wonderbra

Frauen mit Pamela-Anderson-Depression oder einer übertriebenen Leidenschaft für Eisdielenbesuche kann nun geholfen werden, denn es gibt ihn jetzt: Ultimo, den ultimativ wohlformenden Wonderbra. In Stoff genähtes Gel soll hollywoodreife Dekolletés garantieren. In einem Londoner Kaufhaus wurde die neueste Brustummantelung in einem überzeugenden Links-mit-und-rechts-ohne-Vergleich von einem Zwillingspaar vorgestellt. Vielleicht ja auch ein Tipp für Frau Anderson, die als zukünftige Fulltime-Mama sicherlich keine Zeit mehr für aufwendige Besuche beim plastischen Chirurgen haben wird.



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