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Filmpremiere: Party hinter der Polizeiabsperrung

Foto: MARIO ANZUONI/ REUTERS

Hollywood Randale-Party statt Premieren-Pomp

Partygäste demolierten Polizeiautos und warfen Steine: Eine Filmpremiere in Los Angeles geriet außer Kontrolle. Aus einem Fest für geladene Gäste wurde ein Happening auf der Straße. Der Vorfall ist ein Lehrstück über die Macht sozialer Medien.

Los Angeles - Es sollte ein feierlicher Abend für geladene Gäste werden, so war es seit Wochen geplant. Es wurde eine Filmpremiere außer Kontrolle. Bei der ersten Vorstellung von "Electric Daisy Carnival Experience", einem Dokumentarfilm über ein US-Musikfestival, haben am berühmten Hollywood Boulevard in Los Angeles Hunderte Partygäste randaliert.

Bei den Krawallen am Mittwochabend wurden zwei Menschen festgenommen und drei Polizeiautos demoliert, sagte eine Polizeisprecherin. Aus der Menschenmenge waren Flaschen und andere Wurfgeschosse geflogen, als die Polizei das Getümmel vor dem Kinopalast Grauman's Chinese Theatre auflösen wollte. Dort wurde der Film gezeigt. Es liegt direkt neben dem Kodak Theatre, in dem die Oscars verliehen werden.

Schuld am ganzen Schlamassel war offenbar DJ Kaskade, der auch in dem Film vorkommt, wie die "Los Angeles Times" schreibt. Um 14.30 Uhr am Mittwoch habe der DJ getwittert: "ICH + GROSSE LAUTSPRECHER + MUSIK = BLOCKPARTY", so die Zeitung. Er befinde sich schon auf dem Weg zum Grauman's Chinese Theatre.

"Das ist verrückt!"

DJ Kaskade hat 90.000 Follower auf Twitter. Und die Ankündigung verfehlte offenbar ihre Wirkung nicht. Hunderte nicht eingeladene Gäste versuchten, zu der Party zu kommen. Als die privaten Sicherheitskräfte sie abwiesen, begann laut "LA Times" die Randale.

Als die Party eskalierte und Gäste auf ein Polizeiauto kletterten, versuchte der DJ, die Menge zu beruhigen. Um 19.30 Uhr twitterte DJ Kaskade, Nachrichtenhubschrauber seien vor Ort. Man versuche, die Party zu beenden. "Das ist verrückt!" Wenig später kam dann die eindringliche Bitte: "ALLE SOLLTEN JETZT NACH HAUSE GEHEN!"

Doch da war es schon zu spät. Die Polizei zerstreute die Menge. Die Beamten sperrten den Hollywood Boulevard, wo auch der berühmte Walk of Fame ist, und waren mit Dutzenden Streifenwagen vor Ort.

Die Organisatoren der Premierenfeier teilten mit, sie seien enttäuscht, dass eine kleine Gruppe von Personen versucht habe, die private Vorführung einer Dokumentation zu verderben.

Selbst wenn dies die Absicht der Randalierer gewesen sein sollte - es gelang ihnen nicht: Der Film wurde wie geplant gezeigt.

ulz/AFP

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