Honduras 102 Tote bei verheerendem Gefängnisbrand

Ein Kurzschluß hat in der völlig überfüllten Haftanstalt der Stadt San Pedro Sula eine tödliche Katastrophe ausgelöst. Es ist der zweite große Gefängnisbrand in Honduras in nur einem Jahr.


Tegucigalpa - Die Gefangenen wurden von den Flammen im Schlaf überrascht. Ein Kurzschluss in der überhitzten Klimaanlage hatte am frühen Montagmorgen den Großbrand ausgelöst. "Als wir aufwachten, standen unsere Betten schon in Flammen", berichteten einige der Überlebenden. Die Feuerwehr konnte das Feuer jedoch schnell unter Kontrolle bringen.

Opfer des Brandes wurden nur Mitglieder der brutalen Jugendbande "Mara Salvatrucha", die in mehreren Ländern Mittelamerikas agiert. Sie saßen in dem betroffenen Zellentrakt der Haftanstalt Centro Penal San Pedrano 200 km nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa ein. Mindestens 102 von ihnen starben in den Flammen, 24 Menschen wurden gerettet, 56 blieben unverletzt, wie der Vizeminister für Öffentliche Sicherheit, Armando Caledonio, mitteilte.

Insgesamt sind in dem Gefängnis 2200 Häftlinge untergebracht - 1400 mehr als erlaubt. Bereits vor einem Jahr starben bei einem Brand nach einer Revolte in einem anderen Gefängnis auf Honduras 69 Menschen.

Als Reaktion auf das Unglück brach Honduras' Präsident Ricardo Maduro inzwischen seine Europareise ab: "Dies ist eine Tragödie von enormen Ausmaßen", sagte Maduro und kündigte an, persönlich die Untersuchungen zur Unglücksursache leiten zu wollen.



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