Selbst die meisten Unions-Anhänger wollen, dass Seehofer geht

2 Antworten zur neuen Umfrage
Foto: dpa/APA/Barbara Gindl

Dieser Beitrag wurde am 13.07.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Immer weniger Menschen finden, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer keinen guten Job macht. Das geht aus dem ZDF-Politbarometer  hervor, das am Freitag veröffentlicht worden ist.

Was sind die genauen Umfrage-Ergebnisse?

  • Demnach finden nur 37 Prozent der Befragten, das Seehofer Innenminister bleiben sollte. 57 Prozent hielten das für schlecht.
  • Die größte Überraschung: Die CDU/CSU-Anhänger sind mehrheitlich für einen Rücktritt Seehofers. 45 Prozent finden einen Verbleib im Amt gut und 51 Prozent schlecht.
  • Nur die AfD-Anhänger (68 Prozent gut und 29 Prozent schlecht) sind mehrheitlich für einen Verbleib Seehofers.

Applaus von der AfD bekommt Seehofer in letzter Zeit häufiger. 

Der Innenminister hatte vor zwei Tagen bei einer Pressekonferenz seinen 69. Geburtstag mit der zeitgleichen Abschiebung von 69 Flüchtlingen nach Afghanistan in Verbindung gebracht. Kurz darauf wurde bekannt, dass einer der Abgeschobenen in Kabul Suizid begangen hat. (bento)

This music requires a license for use. Please contact your local office for assistance.

Als daraufhin Rücktrittsforderungen laut wurden, bekam Seehofer lediglich Unterstützung von aktuellen oder ehemaligen AfD-Politikern.

  • Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel nannte die Rücktrittsforderungen auf Twitter "pure Heuchelei". 
  • Auch die ehemalige AfD-Politikerin Frauke Petry nahm Seehofer in Schutz. Seinen Rücktritt zu fordern, nur weil der CSU-Vorsitzende "seiner Freude über einen halbwegs gut gefüllten Flieger mit illegalen Migranten freien Lauf ließ", sei ungerechtfertigt, sagte Petry am Donnerstag. (mehr dazu bei bento)

Rutscht die gesamte Union durch Seehofers Aussetzer in der Wählergunst ab?

Nicht wirklich, jedenfalls nicht laut ZDF-Politbarometer.

  • Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Union einen Prozentpunkt verlieren und bei 31 Prozent landen.
  • Die SPD stagniert bei 18 Prozent, die AfD gewinnt einen Zähler dazu – 15 Prozent der Wähler würden für sie stimmen.
  • Die Grünen kämen unverändert auf 14 Prozent, die Linke auf 11 (plus 1).
  • Die FDP verliert zwei Zähler und kommt auf 7 Prozent.

Mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.