Hotelbrand in Chile Vier deutsche Touristen getötet

Bei einem Brand in einer Pension in Südchile sind zehn ausländische Touristen durch Rauchvergiftungen ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche. Die Identifizierung der Opfer wird schwierig, weil alle Meldeunterlagen und Pässe verbrannt sind.


Santiago de Chile - Der Brand soll in der Nacht um 2.50 Uhr (Ortszeit) zwischen Speisesaal und Küche im ersten Stock ausgebrochen sein und sich sehr schnell ausgebreitet haben. Möglicherweise sei ein elektrischer Defekt die Ursache gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Zimmer des kleinen Hotels in der Stadt Punta Arenas seien nicht mit Brandmeldern ausgestattet gewesen. Die meisten Opfer seien offenbar im Schlaf überrascht worden und erstickt.

Hotelbrand in Chile: Vier Deutsche unter den Todesopfern
DPA

Hotelbrand in Chile: Vier Deutsche unter den Todesopfern

Neben den vier Deutschen starben nach Angaben der Feuerwehr zwei Niederländer sowie zwei Kinder und zwei Erwachsene aus Argentinien. Sechs weitere Urlauber wurden verletzt. Die Angaben zur Nationalität der Todesopfer habe ein Angestellter der Pension gemacht, sagte der Feuerwehrsprecher. Ein Zeitungsbericht nannte dagegen außer den Deutschen zwei Kanadier sowie eine vierköpfige argentinische Familie mit einer schwangeren Frau und Kindern im Alter von sechs und acht Jahren handeln als Opfer. Zwei Niederländer seien ins Krankenhaus gebracht worden, zwei Touristen aus Israel mit dem Schrecken davongekommen.

Die Identifizierung der Opfer wird nach Angaben der Polizei schwierig, da sowohl das Hotelregister als auch die Pässe der Touristen verbrannt seien. Die Leichen sollten noch heute obduziert werden. Der Staatsanwalt schloss nicht aus, dass DNA-Analysen in der Hauptstadt Santiago vorgenommen werden müssten. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die deutsche Botschaft sei eingeschaltet. Auch gebe es Kontakt mit den chilenischen Behörden.

Punta Arenas im äußersten Süden Chiles ist ein beliebter
Anlaufpunkt für Touristen. Die Stadt an der Magellan-Straße bietet sich als Ausgangsort für Touren durch Patagonien und Kreuzfahrten an.

Unterdessen kam bei einer Gasexplosion in einem Wohnhaus in der chilenischen Hafenstadt Valparaiso heute mindestens ein Mensch ums Leben, wenigstens zehn wurden verletzt. Ursache war den Behörden zufolge ein Leck in einer Gasleitung. In dem Haus sollen 50 Familien leben. Nach Medienberichten sind mindestens 25 Menschen unter den Trümmern begraben.

kai/dpa/AP



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