Mecklenburg-Vorpommern Hubschrauber stürzt in die Ostsee - drei Tote

Flugunglück in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Darß: Ein Helikopter ist in die Ostsee gestürzt, drei der vier Insassen kamen ums Leben, einer konnte gerettet werden. Der Rettungshubschrauber war auf einem Übungsflug, als er plötzlich an Höhe verlor.


Hamburg/Zingst - Der Unfall ereignete sich rund zwei Seemeilen westlich des Darß: Drei Menschen sind beim Absturz eines Hubschraubers vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns ums Leben gekommen. Ein Mann - einer der beiden Piloten - sei in kritischem Zustand geborgen worden und an Land gestorben, sagte der Kreiswehrführer und Bürgermeister von Born, Gerd Scharmberg. Der zweite Pilot konnte gerettet werden, er sei unterkühlt. Ein Notarzt und ein Assistent wurden zunächst vermisst, wurden aber im Laufe der Nacht tot aus dem Wrack geborgen.

Bei der verunglückten Maschine handele es sich um einen Offshore-Versorgungshubschrauber, sagte der Landrat des zuständigen Landkreises Vorpommern-Rügen, Ralf Drescher (CDU). Der Helikopter stürzte am Freitagabend vor der Gemeinde Born ins Meer.

Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatten zunächst mit einer großen Suchaktion nach den beiden Vermissten begonnen. Im Seegebiet rund um die Absturzstelle waren mehrere Schiffe im Einsatz sowie ein dänischer Hubschrauber und ein Hubschrauber der Marine, der Taucher zum Unglücksort flog. Schließlich fanden sie die beiden Toten im Wrack der Maschine.

Wie die DGzRS mitteilte, befand sich der Helikopter vom Typ BK117 der DRF Luftrettung auf einem Übungsflug. Er habe gegen 18.40 Uhr plötzlich in Sichtweite eines Seenotkreuzers an Höhe verloren, sei ins Wasser gestürzt und dann gesunken. Die Maschine war vom Flugplatz Güttin auf der Insel Rügen gestartet. Dort ist der Hubschrauber stationiert, der seit Herbst 2013 für Energiekonzerne mit Windkraftanlagen in der Ostsee im Einsatz ist.

bos/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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shnullck 01.03.2014
1. tragisch
mein beileid an die hinterbliebenen. für mich ist diese geschichte eine absolute horrorvorstellung. gefangen im hubschrauber und ins meer stürzen. albtraum!
schutsch 01.03.2014
2. Teuer und gefährlich
Hubschrauber, im Gegensatz zu Flugzeugen, sind gefährlich geblieben, so sehr wir Maschinenbauer uns auch um Redundanzen und Qualität bemühen. Es ist die Technik, die, wenn sie kleinste Abweichungen hat, zum Absturz der ganzen Maschine führt. Rettungsmöglichkeiten bestehen, wenn Turbine oder Rotor nicht funktionieren, kaum. Technikgläubige sollen das Fluggerät ruhig benutzen, ich hüte mich vor ihm, obwohl mich die Technik auch fasziniert.
robeuten 01.03.2014
3.
Zitat von schutschHubschrauber, im Gegensatz zu Flugzeugen, sind gefährlich geblieben, so sehr wir Maschinenbauer uns auch um Redundanzen und Qualität bemühen. Es ist die Technik, die, wenn sie kleinste Abweichungen hat, zum Absturz der ganzen Maschine führt. Rettungsmöglichkeiten bestehen, wenn Turbine oder Rotor nicht funktionieren, kaum. Technikgläubige sollen das Fluggerät ruhig benutzen, ich hüte mich vor ihm, obwohl mich die Technik auch fasziniert.
Mein Beileid gilt den Angehörigen! "Ein Hubschrauber fliegt nicht, sondern schlägt die Luft so lange, bis sie nachgiebt"... Die wirklich interessante Information wurde ja politisch korrekt verbrämt - ja, je mehr offshore-Windparks, desto häufiger werden wir solche Berichte lesen müssen. Während die Welt immer noch auf den ersten Toten aus dem japanischen Atomkraftwerk wartet, sterben bei der Nutzun der Windenergie ständig Menschen - neulich erst zwei Arbeiter bei Montagearbeiten...
graf.koks 01.03.2014
4. Bleiben Sie bitte realistisch!
Zitat von schutschHubschrauber, im Gegensatz zu Flugzeugen, sind gefährlich geblieben, so sehr wir Maschinenbauer uns auch um Redundanzen und Qualität bemühen. Es ist die Technik, die, wenn sie kleinste Abweichungen hat, zum Absturz der ganzen Maschine führt. Rettungsmöglichkeiten bestehen, wenn Turbine oder Rotor nicht funktionieren, kaum. Technikgläubige sollen das Fluggerät ruhig benutzen, ich hüte mich vor ihm, obwohl mich die Technik auch fasziniert.
Das kann nicht unwidersprochen so stehen bleiben, denn es ist absoluter Unsinn! _Wenn Sie das Fliegen mit einem Helikopter als gefährlich ansehen, sollten Sie tunlichst morgens im Bett liegen bleiben._ Und hüten Sie sich auch davor, in die Küche zu gehen oder eine Dusche zu nehmen! Denn nach allen Unfallstatistiken sämtlicher großer Versicherer ist das Zufußgehen gefährlicher als das Fliegen. Von allen anderen Fortbewegungsarten ganz zu schweigen! In der Luftfahrt-Unfallstatistik geht man allgemein von einer Kennzahl von 100.000 Flugstunden aus, bezogen auf ein einzelnes Fluggerät. _Das sind fast 12 Jahre ununterbrochener Aufenthalt in der Luft!_ Die Unfallkennzahl bei Flugzeugen mit Tragflächen ("fixed wing") liegt bei etwa 1,5, die bei Helikoptern ("rotating wing") liegt bei etwa 4,5. Die etwas höhere Zahl bei Helikoptern ist allerdings relativ zu betrachten, da Helikopter zu einem großen Anteil in gefährlicheren Situationen eingesetzt werden als reguläre Flugzeuge (Rettung, Polizei, Bergwacht etc.). Wie gesagt, das bezieht sich auf fast 12 Jahre ununterbrochener Aufenthalt in der Luft! _Und als Maschinenbauer sollten Sie eigentlich wissen, daß ein Helikopter die Funktion der Autorotation hat, selbst wenn die Turbine ausfällt._ Ähnlich dem rotierenden Samenstand eines Ahornbaumes kann ein Helikopter relativ langsam vertikal auf den Boden sinken und auf der Fläche eines Tennisplatzes landen. Versuchen Sie das einmal mit einem Fluggerät mit Tragflächen! Und Ihre Aussage, daß die kleinste Abweichung eines Komponenten zum Absturz des gesamten Fluggerätes führen kann, so gilt das ja wohl für jedes technische Gerät, auch für die Kaffeemaschine. Übrigens habe ich noch nie einen Maschinenbauer kennengelernt, der nicht technikgläubig ist, es sei denn es ist ein ganz schlechter. Natürlich geschehen Unfälle. Nur sind diese sehr, sehr selten im Vergleich mit allen - ich wiederhole: ALLEN - anderen Fortbewegungsarten.
cerapur 01.03.2014
5. @ graf.koks und alle Wissenden
Wenn jemand ein komplexes technisches Gebilde wie einen Hubschrauber bzw. Helikopter einfach mal so mit einer Kaffeemaschine vergleicht ist wohl allerhöchstes Misstrauen angebracht. Auch ist mir nicht bekannt, dass jemand mit einer Kaffeemaschine in die Ostsee gestürzt ist, nur um mal auf diesem Niveau zu bleiben. Besser wäre es vielleicht einfach mal die Meinung eines Anderen stehen zu lassen, als ständig nur auf Gleichschaltung zu drängen. Selbstverständlich gilt mein Mitgefühl den Betroffenen und Angehörigen der Verunglückten und Dank an die vielen Helfer.
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