Proteste auf Zypern Hotelangestellte sollen Hund in Müllpresse geworfen haben

Ein Fall von Tierquälerei bringt auf der Urlaubsinsel Zypern britische Urlauber auf die Barrikaden. Angestellte eines Hotels sollen dort einen Straßenhund lebendig in eine Müllpresse geworfen haben.
Badeort Protaras auf Zypern (Archiv): "Schande für die Gesellschaft"

Badeort Protaras auf Zypern (Archiv): "Schande für die Gesellschaft"

Foto: Katia Christodoulou/ picture alliance / dpa

Protaras - Im zyprischen Badeort Protaras sieht sich eine Hotelkette einem Proteststurm britischer Touristen ausgesetzt. Hintergrund ist ein extremer Fall von Tierquälerei, der sich im Anastasia Beach Hotel zugetragen haben soll: Einem Bericht des "Telegraph" zufolge hatten Mitarbeiter des Vier-Sterne-Hauses einen Straßenhund lebendig in eine Müllpresse geworfen, nachdem das etwa sieben Monate alte Tier beim Streunen in der Nähe des Hotelpools entdeckt worden war.

Urlauber sollen den Hund - angeblich ein Pudel - später am Boden des Müllcontainers schwer verletzt, aber noch lebend gefunden haben. Entsetzt hätten sie einen Tierarzt verständigt, berichtet die "Daily Mail". Nach einigen Tagen sei das Tier namens Billy aber verendet.

Nachdem der Fall bekannt wurde, brach in Protaras eine regelrechte Protestwelle los. Hunderte britische Urlauber und Auswanderer versammelten sich in der vergangenen Woche zu Kundgebungen vor dem "Anastasia Beach" und forderten einen internationalen Boykott des Betreibers. Aufgebrachte Tierschützer bombardieren das Hotel in Reiseportalen mit den schlechtesten Bewertungen; knapp 40.000 Unterstützer fand bisher eine Online-Petition, die unter dem Slogan "Billy's Law" schärfere Tierschutzgesetze für Zypern fordert. 

Selbst Zyperns Präsident Nikos Anastasiadis sah sich laut der englischsprachigen Zeitung "Famagusta Gazette" bereits genötigt, den Vorfall zu kommentieren. Was mit Billy passiert sei, bezeichnete er als "Schande für die Gesellschaft und unser Land". Seine Regierung sei entschlossen, "solche Phänomene auszumerzen". Leider würden "kranke Köpfe" immer wieder derartige Taten verüben.

Auch der Betreiber des Hotels, die zyprische Tsokkos-Gruppe, bemühte sich in einer Stellungnahme   um Schadensbegrenzung. Demnach hätten sich Urlauber über den jungen und kranken Hund beschwert, der auf dem Grundstück herumgelaufen sei. Darauf habe der Geschäftsführer die beiden Mitarbeiter angewiesen, den Streuner in ein Tierheim zu bringen. Stattdessen hätten die Angestellten aber "eine unmenschliche und inakzeptable Tat begangen", die das Unternehmen verurteile. Die beteiligten Mitarbeiter seien suspendiert worden, die Polizei habe Ermittlungen gegen sie aufgenommen.

rls
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