Hurrican "Dean" bedroht Yucatán

Hurrican "Dean" schwillt weiter an - und nähert sich der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Auf seinem Weg hat er bereits die Kleinen Antillen verwüstet, mindestens drei Menschen getötet. Texas und Louisiana riefen vorsorglich den Notstand aus: Erinnerungen an "Katrina" werden wach.


Castries/St. Lucia - Wie der US-Nachrichtensender CNN berichtet, könnte der derzeit über Mittelamerika hinwegfegende Wirbelsturm "Dean" auf seinem Weg in Richtung Yucatán Windgeschwindigkeiten von mindestens 249 Kilometern pro Stunde erreichen. Er wäre damit der erste Hurrican der Saison, der höchsten Kategorie fünf. Mexikanische Behörden riefen für ihre Karibikküste vorsorglich den Notstand aus.

Bereits gestern erreichte "Dean" Geschwindigkeiten von 233 Kilometern pro Stunde. Das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA stufte den Wirbelsturm erst auf die Stufe drei und dann auf die zweithöchste Kategorie vier mit Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern in der Stunde herauf. Auf dem Kurs des Hurricans liegt nun die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik.

Auch in Texas und Louisiana rief die Regierung die Bevölkerung auf, sich auf eine mögliche Ankunft des Wirbelsturms am kommenden Mittwoch vorzubereiten. Wegen schwerer Regenfälle werden vor allem Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Kathleen Blanco, die Gouverneurin von Louisiana, rief bereits den Notstand aus. Alle erdenklichen Vorbereitungen seien zu treffen, damit sich die "Katrina"-Katastrophe von 2005 nicht wiederholen kann.

Mindestens drei Tote auf den Kleinen Antillen

Auf den Kleinen Antillen richtete "Dean" schwere Verwüstungen an. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Ein Erdrutsch auf der Insel Dominica verschüttete eine Frau und ihren siebenjährigen Sohn. Mindestens 150 Häuser wurden nach Angaben der Regierung beschädigt. Auf St. Lucia wurde ein 62-jähriger Mann von einem Hochwasser führenden Fluss mitgerissen, als er eine Kuh retten wollte. Der Sturm riss zahllose Dächer ab, entwurzelte Bäume und setzte mit heftigen Regenfällen Straßen unter Wasser.

Auf der zu Frankreich gehörenden Insel Martinique wurden vor allem schwere Schäden für die Landwirtschaft angerichtet. Der für die Überseegebiete zuständige Staatssekretär Christian Estrosi teilte mit, dass die Bananenplantaten, auf denen 10.000 Einwohner der Insel gearbeitet hätten, nahezu vollständig und die Zuckerrohrfelder zu 70 Prozent zerstört worden seien.

Gestern Abend befand sich das Auge des Hurrikans 1200 Kilometer östlich von Jamaika. Die Behörden von Haiti wiesen alle Fischer an, ihre Boote an Land zu lassen. Portia Simpson Miller, die Ministerpräsidentin von Jamaika, teilte mit, im besonders gefährdeten Osten der Insel sei alles für eine Evakuierung vorbereitet. Sorgen machten sich auch die Behörden der mexikanischen Halbinsel Yucátan und die Ölindustrie - im Golf von Mexiko befinden sich 4000 Öl- und Gasplattformen.

ssu/AP/rtr/dpa



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