Hurrikan der zweithöchsten Stufe "Extrem gefährlicher" Sturm steuert auf Mexiko zu

Mexikos Yucatán-Halbinsel wappnet sich für den stärksten Sturm dort seit 15 Jahren. Hurrikan "Delta" nähert sich und bringt Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde.
Leerer Strand in Cancún: Hurrikan "Delta" nähert sich

Leerer Strand in Cancún: Hurrikan "Delta" nähert sich

Foto: JORGE DELGADO / REUTERS

Hurrikan "Delta" nähert sich Mexikos Yucatán-Halbinsel. Der Wirbelsturm zog am Dienstag über dem Karibischen Meer als Hurrikan der Stufe 4 von 5 an den Cayman-Inseln vorbei. Er erreichte anhaltende Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde - ab 252 Kilometern pro Stunde wäre von einem Wirbelsturm der höchsten Stufe die Rede. Meteorologen erwarten, dass "Deltas" Zentrum in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) in Yucatán auf Land treffen und sich später weiter Richtung USA bewegen werde.

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und "potenziell katastrophalen" Bedingungen durch den "extrem gefährlichen" Sturm an der Nordostküste Yucatáns. Es würden Wellen von bis zu zehn Meter Höhe sowie Stromausfälle erwartet, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Quintana Roo, Carlos Joaquín. Besonders bedrohte Gegenden wurden evakuiert und verzichtbare Aktivitäten eingestellt, auch im benachbarten Bundesstaat Yucatán. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador kündigte den Einsatz von 5000 Soldaten zum Katastrophenschutz an.

Nasa-Satellitenbild: Hurrikan "Delta" aus dem All betrachtet

Nasa-Satellitenbild: Hurrikan "Delta" aus dem All betrachtet

Foto: NASA / dpa

Im betroffenen Gebiet liegen beliebte Urlaubsorte, darunter die Städte Cancún und Tulum. Medienberichten zufolge, die sich auf Behördenangaben stützen, halten sich in Quintana Roo trotz der Corona-Pandemie rund 40.000 Touristen auf. Allein in Cancún stehen laut Bürgermeisterin Mara Lezama 170 Notunterkünfte bereit. Der Flughafen der Stadt soll vorerst den Betrieb einstellen.

"Delta" ist nach Angaben von Gouverneur Joaquín der stärkste Sturm in der Gegend seit 2005, als "Wilma" große Teile der weißen Sandstrände von Cancún wegspülte. Um sie wiederherzustellen, wurden für rund 20 Millionen US-Dollar 2,7 Millionen Kubikmeter Sand herbeigeschafft.

Auch für Kuba und die Cayman-Inseln wurde für die kommenden Tage starker Regen vorhergesagt. Der Wirbelsturm bewegte sich mit knapp 30 Kilometern pro Stunde in nordwestliche Richtung. Nach Angaben des Hurrikanzentrums ist damit zu rechnen, dass er sich über Land etwas abschwächt. Wenn "Delta" den südlichen Golf von Mexiko erreiche, werde er aber voraussichtlich erneut an Kraft gewinnen, hieß es. Am Freitag dürfte er sich dem nördlichen Golf - und damit der US-Küste - nähern.

Laut John Bel Edwards, Gouverneur von Louisiana, wird "Delta" voraussichtlich Freitagabend oder Samstagmorgen (Ortszeit) in dem US-Bundesstaat auf Land treffen. Louisiana erholt sich immer noch von den Folgen des Hurrikans "Laura", der in der Region im August erhebliche Schäden anrichtete. Mehr als 6000 Menschen leben Behördenangaben zufolge derzeit noch in Hotels, weil ihre Häuser zu stark beschädigt sind, um zurückkehren zu können.

Die Hurrikansaison im Atlantik, die von Juni bis November dauert, fällt dieses Jahr besonders heftig aus. Die 21 Namen, die für die Stürme vorgesehen waren, sind bereits aufgebraucht, sodass nun auf das griechische Alphabet zurückgegriffen wird - das passierte zuletzt ebenfalls im Jahr 2005. Die zunehmende Intensität tropischer Wirbelstürme, die für ihre Entstehung warmes Wasser brauchen, dürfte Experten zufolge eine Folge des Klimawandels sein.

wit/dpa/AP

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