Hurrikan "Dorian" Bundeswehrsoldaten sollen Hilfseinsatz auf den Bahamas unterstützen

"Dorian" hat auf den Bahamas verheerende Schäden angerichtet. 70 deutsche Marinesoldaten werden sich an den Bergungsarbeiten beteiligen. Unterdessen ist der Sturm auf die US-Küste getroffen und hat für schwere Überflutungen gesorgt.

Ein Mann läuft in Marsh Harbour auf den Bahamas über das Trümmerfeld, das "Dorian" hinterlassen hat
Marco Bello / REUTERS

Ein Mann läuft in Marsh Harbour auf den Bahamas über das Trümmerfeld, das "Dorian" hinterlassen hat


Nach den tödlichen Verwüstungen durch den Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas sollen sich 70 deutsche Marinesoldaten an einem militärischen Hilfseinsatz beteiligen. Die Männer und Frauen seien auf dem niederländischen Docklandungsschiff "Johan de Witt", das Kurs auf die Bahamas nehme, hieß es am Freitag aus dem Verteidigungsministerium in Berlin. Das Schiff, ein Hubschrauberträger, liege vor der Karibikinsel St. Martin und erhalte am Wochenende Ladung und Material. Es sei für einen Hilfseinsatz besonders gut ausgerüstet. Es soll spätestens am Montag auslaufen.

Ursprünglich sollten die deutschen Soldaten in den kommenden Wochen mit der niederländischen Besatzung des Schiffs an einem Marinemanöver in der Karibik teilnehmen. Nach Angaben der Bundeswehr entschied die niederländische Regierung "aufgrund der aktuellen Notlage auf den Bahamas" kurzfristig, die "Johan de Witt" in das Katastrophengebiet zu verlegen.

Derweil sitzen im US-Bundesstaat North Carolina die Bewohner einer von "Dorian" betroffenen Insel fest. Der Gouverneur des Bundesstaats, Roy Cooper, sagte, dass es "ernsthafte Sorge über Hunderte von Menschen" gebe, die auf der Insel Ocracoke gefangen seien. Bergungsteams stünden bereit, könnten Ocracoke aber erst erreichen, wenn sich der Sturm wieder abgeschwächt habe, sagte Cooper. Auf Bildern der Insel waren schwere Überflutungen zu sehen.

Der Hurrikan war am Freitagmorgen direkt über die Inselgruppe Outer Banks hinweggezogen. Auf der dazugehörigen Insel Ocracoke leben knapp 1000 Menschen. Es war zunächst nicht klar, wieso sie nicht vor dem Eintreffen des Sturms - wie von den Behörden angeordnet - Schutz im Landesinneren gesucht hatten. In den küstennahen Bereichen North Carolinas waren wegen des Sturms rund 200.000 Haushalte ohne Strom.

Auch die knapp hundert Kilometer nördlich von Ocracoke gelegene Insel Nags Head wurde überflutet
Mark Wilson/Getty Images

Auch die knapp hundert Kilometer nördlich von Ocracoke gelegene Insel Nags Head wurde überflutet

"Dorian" traf als Hurrikan der Kategorie eins von fünf auf die US-Küste und brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde mit sich. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) sollte der Sturm wieder vor der US-Küste in nordöstlicher Richtung weiterziehen.

Der Hurrikan hatte zuvor fast drei Tage lang auf den Bahamas gewütet und verheerende Schäden angerichtet. Jüngsten Angaben zufolge starben mindestens 30 Menschen. Gesundheitsminister Duane Sands sagte dem Radiosender der Zeitung "The Nassau Guardian", die endgültige Anzahl der Todesopfer des verheerenden Hurrikans auf den Bahamas werde "überwältigend" sein.

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Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas: "Katastrophale Zerstörung"

Die Rettungseinsätze kommen wegen der katastrophalen Schäden nur langsam voran. Das World Food Programme (WFP) bereitet derzeit eine Nahrungsmittellieferung für die vielen Obdachlosen vor. Die Agentur habe umgerechnet rund sieben Tonnen fertiger Gerichte gekauft und organisiere den Transport auf die Bahamas, sagte der Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric. Dort solle die Nahrung an Zehntausende Bedürftige verteilt werden.

yer/dpa/AP/afp

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