Hurrikan Fluthilfe bleibt im Amtsfilz hängen
Washington - Die Katastrophenschutzbehörde Fema und das US-Außenministerium hätten sich in der Bürokratie verstrickt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Diplomaten und Mitarbeiter des US-Außenministeriums. Ein deutsches Telekommunikationssystem und zwei Techniker für das Katastrophengebiet seien etwa vier Tage lang aufgehalten worden, weil erst Telefonate zwischen Fema, Außenministerium, Rotem Kreuz und sogar dem Kongress geführt werden mussten. Ein genau benannter Empfänger habe gefehlt, hieß es.
Schweden habe eine Trinkwasseraufbereitungsanlage sowie ein Mobilfunk-Netz aufbauen wollen. Das US-Außenministerium habe eine Fluggenehmigung aber verweigert, sagte ein schwedischer Botschaftsmitarbeiter. Ähnliche bürokratische Hindernisse gab es laut Zeitung auch bei anderen Hilfsangeboten, von Bananen aus Panama bis zu britischen Technikern.
Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, einige Hilfsangebote seien angenommen worden, andere müssten erst von Spezialisten überprüft werden. Laut einer Fema-Sprecherin werden alle Angebote in eine zentrale Datenbank aufgenommen. Die Behörde wolle jedoch nicht alles sofort einsetzen, "egal, ob wir es brauchen oder nicht". An Hilfe aus dem Ausland mangelt es indes nicht. Hier eine Zusammenstellung der angebotenen Hilfslieferungen:
- Afghanistan: 100.000 Dollar
- Argentinien: Sechs Experten für den Katastrophenschutz
- Australien: 8 Millionen Dollar
- Bahamas: 50.000 Dollar
- Bangladesch: 1 Million Dollar
- Belgien: Gesundheits- und Wiederaufbauexperten; Pumpen, Generatoren
- China: 5 Millionen Dollar, medizinische Ausrüstung
- Dänemark: Wasseraufbereitungsanlagen
- Deutschland: 70.000 Fertigmahlzeiten, medizinische Ausrüstung, medizinische Teams für Impfungen, Wasseraufbereitungsanlagen, Pumpen, Sanitätsflugzeuge, Experten für Krisenmanagement
- Dominica: Polizeikräfte
- Dominikanische Republik: Rettungskräfte, Ärzte, Krankenschwestern
- El Salvador: 100 Soldaten, darunter Sanitäter und Pioniere
- Finnland: Such- und Rettungskräfte
- Frankreich: 300 Zelte, 980 Feldbetten, 60 Generatoren, 30 Pumpen, drei Wasseraufbereitungsanlagen, Flugzeuge, zwei Schiffe mit Hubschraubern, Kräfte des Katastrophenschutzes
- Griechenland: zwei Kreuzfahrtschiffe, Rettungskräfte, Hilfsgüter
- Großbritanien: 500.000 Fertigmahlzeiten, Ausrüstung für Such- und Rettungsteams, Pumpen, Mediziner
- Guatemala: 80 Experten der Armee und des Gesundheitsdienstes
- Honduras: 134 Rettungskräfte und Mediziner
- Indien: 5 Millionen Dollar, Seuchenexperten, Wasseraufbereitungsanlagen
- Indonesien: 45 Ärzte und 155 Krankenpfleger, 10.000 Decken
- Iran: Hilfe über den Roten Halbmond
- Israel: Mediziner, Experten für Traumatisierung, Feldklinik
- Italien: 300 Feldbetten, 300 Decken, eine Pumpe, Rettungsboote, Chlortabletten, Babynahrung
- Japan: 1 Million Dollar, Zelte, Decken, Generatoren, Wasserbehälter
- Kanada: drei Schiffe der Marine, ein Boot der Küstenwache, Hubschrauber und 1.000 Einsatzkräfte, darunter auch Marinetaucher
- Katar: 100 Millionen Dollar
- Kolumbien: Rettungskräfte und Mediziner
- Kosovo: 500.000 Dollar
- Kuba: 1100 Ärzte
- Kuweit: Öl im Wert von 500 Millionen Dollar und andere Hilfe
- Lettland: Katastrophenschützer, Decken, Wasserflaschen
- Litauen: Rettungskräfte, Fertigmahlzeiten, Baumaterial
- Luxemburg: zwei Geländefahrzeuge, 1.000 Feldbetten, 2.000 Decken
- Mexiko: Marineschiff mit Nahrungsmitteln, Amphibienfahrzeuge, Hubschrauber, Mediziner, Wasseraufbereitungsanlagen, 1 Million Dollar
- Neuseeland: 1,4 Millionen Dollar, Rettungskräfte
- Nicaragua: Experten für Hochwasserschutz
- Niederlande: Fregatte mit Wasser, Medizin, Betten, Hubschrauber, Pumpen, Experten für Deichanlagen
- Norwegen: Marinetaucher, 10.000 Decken, Finanzhilfe
- Österreich: Pumpen, Decken, Feldbetten; ein Team des Österreichischen Roten Kreuzes baut in Houston ein Kommunikationsnetz auf.
- Pakistan: Ärzte
- Panama: 55.000 Kilogramm Bananen
- Peru: 80 bis 100 Ärzte, medizinische Ausrüstung, Nahrungsmittel
- Philippinen: 25 Rettungskräfte, 25.000 Dollar
- Portugal: 500.000 Barrel Öl
- Rumänien: zwei Teams von Medizinern
- Russland: drei Transportflugzeuge mit Generatoren, Nahrungsmitteln, Zelten, Decken, Trinkwasser und medizinischer Ausrüstung
- Saudi-Arabien: Angebot zur Erhöhung der Ölförderung
- Schweden: Erste-Hilfe-Pakete, Decken, Mahlzeiten, Generatoren, Wasseraufbereitungsanlagen
- Schweiz: Decken, Hilfsgüter, Logistikexperten, Ärzte
- Singapur: drei Transporthubschrauber, 38 Soldaten
- Slowakei: Wasseraufbereitungsanlagen, Wasser, Feldbetten
- Slowenien: Feldbetten, Erste-Hilfe-Pakete
- Spanien: Feuerwehrleute, Mediziner, Zelte, Feldbetten, Decken, Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren, Nahrungsmittel
- Sri Lanka: 25.000 Dollar
- Südkorea: 30 Millionen Dollar, Rettungskräfte
- Taiwan: 2 Millionen Dollar
- Thailand: 60 Ärzte und Krankenschwestern, Reis
- Trinidad und Tobago: 10 bis 15 Rettungskräfte
- Tschechien: Rettungskräfte, eine Feldklinik, Pumpen, Wasseraufbereitungsanlagen, Transportflugzeuge
- Uruguay: Wasseraufbereitungsanlagen, Milchpulver
- Venezuela: 1 Million Barrel Benzin, 5 Millionen Dollar, Wasseraufbereitungsanlagen, Rettungskräfte, Nahrungsmittel, Wasser
- Vereinigte Arabische Emirate: Zelte, Kleidung, Nahrungsmittel