Hurrikan »Ian« trifft auf Land Sturmfluten, Stromausfälle und Überschwemmungen in Florida

In Kuba richtete der Sturm schwere Schäden an, über Florida schwächte er sich ab. Dennoch ist »Ian« wohl einer der schwersten Hurrikans, die der US-Bundesstaat je erlebt hat. 1,6 Millionen Menschen waren zwischenzeitlich ohne Strom.
Eine überschwemmte Straße in Fort Myers, im US-Bundesstaat Florida

Eine überschwemmte Straße in Fort Myers, im US-Bundesstaat Florida

Foto: Marco Bello / REUTERS

Der Hurrikan »Ian« hat den US-Bundesstaat Florida erreicht und hinterlässt auf seinem Weg eine Schneise der Verwüstung. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Regen durch Straßen peitschte, von Autos nur die Dächer aus den Fluten herausragten und Trümmer durch die Luft flogen. 1,6 Millionen Menschen waren zumindest zwischenzeitlich ohne Strom, wie die Website »Poweroutage« zeigte. Die Sturmfluten seien bis zu 3,5 Meter hoch, sagte Floridas Gouverneur, Ron DeSantis. Wetterexperten befürchteten, dass sie in der Spitze mehr als fünf Meter hoch werden könnten.

Der Sturm hatte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde die US-Küste erreicht, sich dann aber abgeschwächt – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde habe »Ian« inzwischen die niedrigste Stärke eins von fünf, teilte das Hurrikanzentrum am späten Mittwoch (Ortszeit) mit. Als der Hurrikan am Mittwochnachmittag die Westküste Floridas getroffen hatte, war er noch ein Wirbelsturm der Kategorie vier gewesen.

Trotz dieser Abschwächung stürmte es auf einem mehr als hundert Kilometer breiten Landstreifen heftig, auf dem »Ian« durch den US-Bundesstaat zog. In der Nacht zum Donnerstag befand sich der Sturm den Experten zufolge rund 110 Kilometer südlich von Orlando.

Der Sturm bewegte sich mit 13 Kilometern pro Stunde über das Land hinweg. Der Direktor des nationalen Hurrikanzentrums, Ken Graham, sagte, es werde nach dem Eintreffen an Land vermutlich 24 Stunden dauern, bis der Wirbelsturm über Florida hinweggezogen sei. Das bedeute 24 Stunden heftige Regenfälle.

»Ian« dürfte in die Liste der fünf schwersten Hurrikans in Florida kommen, sagte Floridas Gouverneur DeSantis. Deanne Criswell von der US-Katastrophenschutzbehörde Fema sagte, die voraussichtlich von dem Sturm betroffene Region habe seit rund 100 Jahren keinen solchen Hurrikan mehr erlebt. Experten beunruhigt auch, dass in den vergangenen Jahrzehnten in der Region immer näher am Wasser gebaut wurde.

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete »Ian« als »ein weiteres Beispiel dramatischer Klima-Aktivitäten, wie wir sie auf der ganzen Welt mit zunehmender Frequenz und zunehmender Zerstörung sehen«.

Am Dienstag war »Ian« als Hurrikan der Kategorie drei von fünf in Kuba auf Land getroffen. In dem Staat mit gut elf Millionen Einwohnern fiel der Strom zeitweise landesweit aus.

has/dpa
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