Französische Karibikinseln Hurrikan "Irma" fordert erste Todesopfer

In der Karibik sind mindestens zwei Menschen durch Hurrikan "Irma" ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen rechnen mit 37 Millionen Betroffenen - zwei weitere Wirbelstürme haben sich bereits formiert.

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Der als "extrem gefährlich" eingeschätzte Hurrikan "Irma" zieht mit unverminderter Kraft durch die Karibik. Nachdem der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf über die französischen Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin hinweggefegt war, sprach Staatspräsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in Paris von einer Bilanz, die "hart und grausam" werde. Das Überseeministerium ging später von mindestens zwei Toten und mehreren Verletzten aus.

"Irma" ist ein Hurrikan der höchsten Stufe fünf und einer der schwersten jemals in der Karibik registrierten Tropenstürme. Der Wirbelsturm hatte am Mittwoch die Insel Barbuda erreicht und war dann nach Saint-Barthélemy und Saint-Martin weitergezogen, wo ganze Küstenabschnitte verwüstet wurden. Rund anderthalb Stunden verweilte das Auge des als "potenziell katastrophal" eingestuften Hurrikans über dem beim internationalen Jet-Set beliebten französischen Überseegebiet Saint-Barthélemy. Dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin/Sint Maarten.

Am Freitag soll "Irma" Florida erreichen

Die Ministerin für die französischen Überseegebiete, Annick Girardin, berichtete von "größeren Schäden" auf den betroffenen Inseln. So habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen. Trotz der höchsten Alarmstufe weigerten sich laut Girardin aber rund 7000 Menschen bis zuletzt, ihre Häuser zu verlassen.

Die weitere Route des Hurrikan ist noch unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht er auch Haiti und Florida. Örtliche Wetterdienste sagten vorher, dass die ersten Winde und Regenfälle Süd-Florida am späten Freitag erreichen könnten. US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben. Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

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Hurrikan: "Irma" fordert erste Todesopfer

Bis zu 37 Millionen Menschen könnten nach Schätzungen der Vereinten Nationen von den Auswirkungen des Hurrikans "Irma" betroffen sein. Das sagte ein Uno-Sprecher. Ein Hilfsteam der Vereinten Nationen sei bereits auf die Karibikinsel Barbados gereist, weitere Teams stünden bereit. In Haiti hätten sich dort stationierte Uno-Mitarbeiter auf den Hurrikan vorbereitet und stünden ebenfalls bereit, Nothilfe zu leisten.

Auf "Irma" folgen "Jose" und "Katia"

Während der eine Wirbelsturm bereits in der Karibik wütet, haben sich bereits die nächsten Tropenstürme zusammengebraut. Wie vom US-Hurrikanzentrum in Miami befürchtet, hat sich "Jose" am Mittwochabend (Ortszeit) über dem Atlantik ebenfalls zu einem Hurrikan ausgewachsen. Die Windgeschwindigkeit hatte sich auf 120 Kilometer pro Stunde erhöht - Tendenz rasant steigend. Die Bewohner der Leeward Inseln wurden dazu aufgerufen, die Situation zu beobachten.

Im Golf von Mexiko hat sich unterdessen Hurrikan "Katia" geformt. Die mexikanische Regierung gab eine Warnung heraus. Laut der Prognose dürfte sich der Tropensturm am Donnerstag weiter auf die Küste zubewegen.

ehh/dpa/AFP



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