Hurrikan Mehr als 100.000 US-Soldaten im Katastropheneinsatz

Im Zeitlupentempo hat sich die Katastrophe im Süden der USA zugespitzt: Erst jetzt wird das wahre Ausmaß deutlich. Die Behörde für Katastrophenschutz und das Pentagon haben nun die Hilfe für die Krisenregionen massiv aufgestockt.


Rettung aus der Luft: Ein Flutopfer wird an Bord eines Hubschraubers gezogen
AFP

Rettung aus der Luft: Ein Flutopfer wird an Bord eines Hubschraubers gezogen

Washington - Zu den Hilfskräften gehören unter anderem das Landungsschiff "USS Bataan" der US-Navy, dessen Hubschrauber bereits Rettungseinsätze fliegen, außerdem das Lazarettschiff "USNS Comfort", das mit Operationssälen und Hunderten von Krankenbetten ausgerüstet ist. Nach Angaben der "New York Times" handelt es sich um insgesamt fünf Schiffe, die entsandt werden. Die Hilfsaktion wird geleitet von der amerikanischen Bundesbehörde für Notfall-Management (Fema) und dem Pentagon.

Mehr als 129.000 Soldaten der Nationalgarde sind in 19 US-Bundesstaaten mobilisiert worden, um den örtlichen Behörden bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und bei Rettungseinsätzen zu helfen. Außerdem sollen die Truppen nach Angaben eines Sprechers der Nationalgarde den Verkehr regeln und die öffentliche Ordnung aufrechterhalten.

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Flut-Katastrophe: Der aussichtslose Kampf

Die Küstenwache, die bereit mehr als 1200 Menschen von Hausdächern und Bäumen gerettet hat, hat insgesamt 550 Reservisten einberufen, um die erschöpften Helfer zu unterstützen.

Auch aus der Luft naht Hilfe. Die amerikanische Luftwaffe entsendet zwei Galaxy-Großraumtransportflugzeuge nach Louisiana und eine Transportmaschine vom Typ C-17 nach Mississippi. Die Galaxy-Maschinen haben mehrere Boote geladen, mit denen auch in flacheren Gewässern manövriert werden kann. Die C-17 ist dagegen als fliegender Krankentransporter unterwegs und kann insgesamt 36 Verletzte transportieren. Außerdem entsendet die Air Force in die betroffene Region mehrere "Black Hawk"-Hubschrauber, die zu Rettungseinsätzen aus der Luft eingesetzt werden sollen.

Die Katastrophenschutz-Behörde Fema schickte dagegen 18 Suchmannschaften mit jeweils 70 Mann in das Flutgebiet. Die Teams sollen Menschen aufspüren, die noch in ihren Häusern eingeschlossen sind. Andere Mannschaften errichten Nothospitäler.

Das amerikanische Rote Kreuz teilte mit, es habe die größte Hilfsaktion in seiner Geschichte gestartet. Die Aktion habe einen größeren Umfang als die Hilfsmaßnahmen nach den letzten vier Florida-Hurrikanen zusammen, sagte der Präsident der Organisation, Marty Evans. Suppenküchen, Nahrungsmittel und Sanitäranlagen würden zu den Flutopfern gebracht, sobald die Straßen passierbar seien.

Für New Orleans könnte aber genau das zum Problem werden: Die Brücke über den See Pontchartrain, über die man die Stadt aus Richtung Osten erreichen könnte, ist vom Sturm zerstört worden.



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