"Patricia": Der Wirbelsturm der Kategorie 5 ist der bisher schwerste Hurrikan
Foto: NOAA/ REUTERSMit "Patricia" hat der bisher wohl stärkste Hurrikan die Pazifikküste Mexikos erreicht. Der Wirbelsturm der Kategorie 5, der höchsten möglichen Wertung, hatte am Freitag in den Böen Windgeschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometer pro Stunde, wie der mexikanische Wetterdienst mitteilte.
Um kurz nach 1 Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit erreichte das Auge des Sturms das Festland an der Küste im mexikanischen Bundesstaat Jalisco, beim Ort Playa Pérula. Die nächste größere Stadt ist Manzanillo im Bundesstaat Colima. In der Region gingen heftiger Regen nieder, hohe Wellen trafen auf die Strände.
Die Folgen könnten katastrophal sein. Der Leiter des mexikanischen Katastrophenschutzes bezeichnete den Sturm als extrem gefährlich. Die Weltorganisation für Meteorologie setzte ihn mit dem Taifun "Haiyan" gleich, dem 2013 auf den Philippinen Tausende Menschen zum Opfer gefallen waren.
Mexikos Regierung verlegte Soldaten und Polizisten in die Gefahrenzone am Pazifik. Im Bundesstaat Jalisco im Westen des Landes werde ein Einsatzzentrum der Streitkräfte mit 2500 Soldaten eingerichtet, teilte der Nationale Sicherheitsrat mit. Zudem werde ein Bataillon mit schwerem Gerät und Feldküchen in die Region geschickt. Die Bundespolizei entsandte 400 Beamte, um den Bewohnern zu helfen.
Die USA sagten Mexiko Hilfe zu. "Unsere Gedanken sind beim mexikanischen Volk", ließ US-Präsident Barack Obama twittern. US-Katastrophenhelfer seien vor Ort.
Die Behörden hatten die Bevölkerung zuvor aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. "Ein Hurrikan der Kategorie 5 kann Autos in die Luft heben und Menschen von der Straße fegen", sagte der Leiter des mexikanischen Wetterdienstes.
Im Badeort Puerto Vallarta wurden zahlreiche Hotels evakuiert. Über 10.000 Touristen seien in Bussen in die Provinzhauptstadt Guadalajara im Landesinneren gebracht worden, berichtete die Zeitung "El Universal". In den besonders gefährdeten Gebieten der Bundesstaaten Jalisco, Colima und Nayarit gingen Einsatzkräfte von Haus zu Haus und forderten die Menschen auf, in die Notunterkünfte zu gehen.
"Wir erwarten, dass 'Patricia' auch an Land ein extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie 5 bleiben wird", teilte das US-Hurrikan-Zentrum mit. Auf der sogenannten Saffir-Simpson-Skala für Hurrikane ist das die höchste Warnstufe.
Die mexikanische Regierung hat für die Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit an der Pazifikküste den Notstand ausgerufen Die Flughäfen von Puerto Vallarta und Colima stellten den Betrieb ein. Die Hotels in der Region hatten sich im Vorfeld bereits auf die Ankunft des Sturms vorbereitet. "Wir haben genug Lebensmittel für die wenigen Gäste, die nicht abreisen wollen", sagte Mily Machuca vom Hotel Velas Vallarta. Im Konferenzzentrum des Hotels wurde eine Notherberge eingerichtet.
Auch die Bewohner und Geschäftsleute der Region haben vorsorglich die Fenster ihrer Häuser mit Holzplatten verkleidet. Der Zivilschutzchef Puente rief die Bevölkerung auf, lose Gegenstände zu sichern, die "sich in Geschosse verwandeln könnten".
Der Wetterdienst warnte vor einem Anstieg des Wasserspiegels, der zu starken Überflutungen führen könnte. In mehreren Bundesstaaten wurde mit Niederschlägen von bis zu 500 Millimetern und bis zu acht Meter hohen Wellen gerechnet. Die Behörden warnten auch vor Erdrutschen.
SPIEGEL+-Zugang wird gerade auf einem anderen Gerät genutzt
SPIEGEL+ kann nur auf einem Gerät zur selben Zeit genutzt werden.
Klicken Sie auf den Button, spielen wir den Hinweis auf dem anderen Gerät aus und Sie können SPIEGEL+ weiter nutzen.
Dieses Satellitenbild zeigt, wie Hurrikan "Patricia" auf Mexikos Pazifikküste zusteuert. Der Wirbelsturm erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern pro Stunde. Er wird als extrem gefährlich eingestuft.
Die mexikanische Regierung rief für die Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit den Notstand aus. In Jalisco liegt der Ferienort Puerto Vallarta: Dort verbarrikadierten Bewohner und Ladenbesitzer vorsorglich ihre Häuser.
Die Menschen in der Hafenstadt sind angehalten, sich mindestens drei Häuserblöcke weit vom Wasser zu entfernen. Nach Angaben der mexikanischen Regierung ist der Sturm der heftigste der vergangenen 50 Jahre.
Angst vor der Wucht von "Patricia": Hier treffen Ladenbesitzer die letzten Vorkehrungen, um die Schäden möglichst gering zu halten.
Leerer Flughafen von Puerto Vallarta: Alle Flüge wurden gestrichen, auch Schulen schlossen.
Am Strand des Ortes Puerto Vallarta füllten Männer Säcke mit Sand. "Patricia" könnte starke Überflutungen verursachen: In mehreren Bundesstaaten wurde mit bis zu acht Meter hohen Wellen gerechnet.
Hamsterkäufe für den Ernstfall: In Puerto Vallarta haben sich Einwohner vorsorglich mit Lebensmitteln eingedeckt. Der Hurrikan "Patricia" hat eine Stärke der Kategorie 5.
Die Behörden hatten sich auf massive Verwüstungen durch den Hurrikan vorbereitet.
Vorboten von etwas Großem: Schon vor Ankunft des Sturmes war die Brandung an der mexikanischen Pazifikküste aufgewühlt. "Patricia" könnte auch Erdrutsche und starke Überschwemmungen verursachen.
Blick auf das Ungetüm: Die mexikanische Regierung hat für die Bundesstaaten Colima, Jalisco und Nayarit an der Pazifikküste den Notstand ausgerufen.
Melden Sie sich an und diskutieren Sie mit
Anmelden