Imagekampagne US-Marines dürfen keine großen Tattoos mehr tragen

Die Elitetruppe der amerikanischen Armee sorgt sich um ihren Ruf: Vom 1. April an dürfen Soldaten des Marine Corps sich keine Tätowierungen mehr an Kopf und Nacken sowie großflächige Bilder am Körper stechen lassen. Vor Inkrafttreten der neuen Regel hat ein Ansturm auf Tattoo-Studios begonnen.


"Ich glaube, dass Tattoos mit exzessivem Charakter nicht unseren traditionellen Werten entsprechen", sagte James Conway, der Kommandant des Marine Corps. Ab Sonntag seien großflächige Tätowierungen am Körper sowie Bilder an Kopf oder Nacken nicht mehr erlaubt, berichtet BBC. Ausgenommen seien bereits bestehende Tattoos. So bald die Regel in Kraft tritt, sollen die bisherigen Zeichnungen dokumentiert werden, um zu verhindern, dass heimlich neue Bilder auftauchen.

Tätowierter US-Marine: Sorge um den Ruf der Truppe
AP

Tätowierter US-Marine: Sorge um den Ruf der Truppe

Dutzende Marines sollen sich momentan noch schnell neue Tattoos stechen lassen, um die Deadline am 1. April einzuhalten. "Tätowierungen oder Zeichen, die der Disziplin und Moral abträglich sind oder das Marine Corps diskreditieren, sind ebenfalls verboten", heißt es in dem Erlass.

Conway sorgt sich um den Ruf seiner Truppe: "Einige Marines haben sich in einem Ausmaß tätowieren lassen, das im Gegensatz steht zu unserem professionellen Auftreten und unseren hohen Standards." Verstöße gegen die neue Regelung können mit Gefängnis bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Der Tattoo-Künstler Jerry Layton sagte der BBC, dass er bis Sonntag ausgebucht sei. Kunden seien fast ausschließlich Marines. Die US-Navy und die Air Force hatten eigentlich bereits strikte Regeln, was Tätowierungen ihrer Soldaten betrifft. Die Army jedoch hatte die Bestimmungen im vergangenen Jahr gelockert, weil sie Schwierigkeiten hatte, ihre Truppenstärke aufrecht zu erhalten.

jto



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