In MeckPomm leben wilde Nandus – und zwar so viele, dass sie nun gejagt werden sollen

Foto: dpa/Jens Büttner

Dieser Beitrag wurde am 11.12.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Der Nandu lebt eigentlich in Südamerika. Der Riesenvogel ist dem Strauß nicht unähnlich: Er kann nicht fliegen, dafür mit seinen mächtigen Beinen ziemlich gut rennen. Und wie geschrieben, eigentlichen gehört er nach Südamerika.

Trotzdem gibt es seit einigen Jahren wild lebende Nandus in Deutschland.

Die Vögel waren einst aus einem Zuchtbetrieb ausgebüchst, seither hat sich eine Population im Grenzgebiet zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eingerichtet. Das so erfolgreich, dass der Nandu mittlerweile offiziell als in Deutschland beheimatete Vogelart gilt.

Eine Gruppe freilebender Nandus geht am 31.03.2017 zwischen zwei Feldern über eine Fahrstraße zwischen Utecht (Mecklenburg-Vorpommern) und Schlagsdorf. Europas einzige wilde Nandu-Population wächst und hat den Winter gut überstanden. Auf den norddeutschen Wiesen und Feldern an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern zu Schleswig-Holstein wurden bei der Frühjahrszählung Ende März 220 Tiere festgestellt. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Eine Gruppe freilebender Nandus geht am 31.03.2017 zwischen zwei Feldern über eine Fahrstraße zwischen Utecht (Mecklenburg-Vorpommern) und Schlagsdorf. Europas einzige wilde Nandu-Population wächst und hat den Winter gut überstanden. Auf den norddeutschen Wiesen und Feldern an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern zu Schleswig-Holstein wurden bei der Frühjahrszählung Ende März 220 Tiere festgestellt. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit Foto: dpa/Christian Charisius

Nun sind die Nandus viele und werden immer mehr – trotz "Geburtenkontrolle". Das Landwirtschaftsministerium von MeckPomm hatte extra Eier durchstechen lassen, damit keine neuen Babys schlüpfen. (SVZ )

Die jüngste Zählung ergab dennoch eine Verdopplung der Bestände seit dem Frühjahr:

  • Im Biosphärenreservat Schaalsee seien 566 Tiere gezählt worden, davon 294 neue Jungtiere.
  • Bei der Frühjahrszählung waren es nur 205 Tiere gewesen.

Nun will der Bauernverband, dass die männlichen Nandus geschossen werden dürfen.

Ihre Begründung: Die Tiere randalieren auf den Feldern, das gebe hohe Ernteausfälle. Wie hoch genau, kann der Verband allerdings nicht sagen. 

Ob der "deutsche Nandu" bald gejagt werden darf, muss nun die Politik entscheiden.