Indien Behörden wollen Baby-Wurf-Ritual verbieten

Es ist im südindischen Bundesstaat Karnataka ein religiöses Ritual: Jedes Jahr im Dezember werden Babys aus einem Hindu-Tempel neun Meter in die Tiefe geworfen und am Boden in einem Tuch aufgefangen. Nun wollen die Behörden die Tradition beenden.


Bangalore - In Indien sorgt ein religiöses Ritual für Aufsehen: Einmal im Jahr werden im ländlichen Bezirk Bijapur Babys aus einem hohen Hindu-Tempel neun Meter tief in ein Tuch geworfen.

Da er neu in der Gegend sei, habe er erst vor kurzem von diesem Brauch erfahren, sagte der stellvertretende Bezirksbevollmächtigte R. Shantaraj. Am Mittwoch hatten sich wie jedes Jahr Anfang Dezember tausende Hindus vor dem Sri-Santeswar-Tempel versammelt.

Singend und tanzend fing die Menge mit einem aufgespannten Tuch die Babys auf, die von der Spitze des Tempels herabgeworfen wurden. Das Ritual soll den Kindern ein langes Leben und ihren Familien Wohlstand bescheren. In diesem Jahr hatten etwa 200 Babys die Prozedur über sich ergehen lassen müssen. Die Priester des Tempels sollen nun Rechenschaft darüber ablegen.

hut/AFP

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