Indien Bombenanschlag auf Personenzug

Im Norden Indiens haben sich zwei schwere Bahnunglücke ereignet: Bei einem Bombenanschlag auf einen Personenzug wurden zahlreiche Menschen verletzt. Zuvor waren nach einer Notbremsung eines anderen Zuges mindestens 60 Menschen gestorben.

Bombenanschlag auf Zug in Indien: Arbeiter retten Verletzte aus entgleisten Waggons
DPA

Bombenanschlag auf Zug in Indien: Arbeiter retten Verletzte aus entgleisten Waggons


Neu Delhi - Im Nordosten Indiens hat es einen Bombenanschlag auf einen Personenzug gegeben, viele Menschen wurden verletzt. Wie die Polizei im Bundesstaat Assam am Montag mitteilte, entgleisten in der Nacht mindestens vier Waggons des Zuges, als rund 70 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Guwahati ein Sprengsatz auf den Gleisen explodierte. Tote habe es bei dem Angriff nicht gegeben.

Zur Zahl der Verletzen gab es unterschiedliche Angaben. Nach Informationen der örtlichen Polizei wurden mindestens 96 Menschen verletzt. Fast alle hätten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden können. Ein Sprecher der Regionalverwaltung erklärte dagegen, nur 29 Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Polizei machte jedoch eine regionale Separatistengruppe verantwortlich, die in der Region immer wieder Anschläge verübt. In den sieben Bundesstaaten des indischen Nordostens, der an Bhutan, Bangladesch, Birma und China grenzt, sind Dutzende militante Gruppen aktiv. Einige davon kämpfen für die Unabhängigkeit ihrer Staaten von Indien, andere fordern eine stärkere regionale Autonomie. Nach Angaben von Menschenrechtlern forderte der Konflikt in den vergangenen Jahrzehnten allein in Assam etwa 20.000 Menschenleben.

Zuvor hatte sich am Sonntagnachmittag im Norden des Landes ebenfalls ein Zugunglück ereignet. Mittlerweile haben Rettungsmitarbeiter 60 Leichen aus den zerstörten Waggons gezogen. Immer noch dürften viele weitere Menschen unter den Trümmern des Expresszuges begraben sein, sagte Oberst Amarjit Dhillon, der die Bergungsarbeiten leitet, am Montag. Soldaten versuchten mit der Hilfe von Schneidbrennern zu ihnen vorzudringen, es wurden weitere Opfer befürchtet. Im Lauf der Nacht sei es aber gelungen, viele der mehr als hundert Verletzten zu retten.

Der nach seiner früheren Funktion als Postzug benannte Kalka-Mail-Express war nahe der Stadt Fatehpur 120 Kilometer südöstlich von Lucknow, der Hauptstadt des Unionsstaates Uttar Pradesh, entgleist. Der Grund für den Unfall war weiterhin unklar. Medien berichteten, der Lokführer habe die Notbremse gezogen, weil einige Kühe auf den Gleisen saßen. Die Wagen wurden zum Teil übereinandergeschoben und weggeschleudert. Die Helfer versuchten die Waggons mit Kränen zu bewegen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Anwohner zu Hilfe eilten und Zugfenster einschlugen, um Eingeschlossene aus den umgestürzten Wagen herauszuholen.

wit/dapd/dpa

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