Gesunkenes U-Boot in Mumbai Indische Seeleute bleiben verschollen

Helfer arbeiten an der Bergung des indischen U-Boots im Hafen von Mumbai: Taucher und Ingenieure versuchen, das Wrack zu heben. Die Suche nach den 18 vermissten Besatzungsmitgliedern blieb bislang erfolglos.

REUTERS

Mumbai - Gut 36 Stunden nach dem U-Boot-Unglück in Indien sind die 18 vermissten Soldaten noch nicht gefunden worden. Taucher seien in das Wrack eingedrungen, hätten aber bislang niemanden gesichtet, heißt es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums.

Auf der dieselelektrischen "Sindhurakshak" hatte sich in der Nacht zum Mittwoch eine gewaltige Explosion ereignet. Daraufhin war das U-Boot an seinem Liegeplatz im Hafen von Mumbai gesunken.

"Die Hitze der Explosion hat Teile der inneren Hülle zum Schmelzen gebracht, so dass die Schotten des U-Boots verformt sind und ein Zugang zu den Abteilungen verhindert wird", heißt es in der Mitteilung weiter. Außerdem sei die Sicht in dem gefluteten Boot schlecht. Ingenieure versuchten, das Wasser durch die Hauptluke herauszupumpen, um es heben zu können, sagten Behördenvertreter. Teile des Boots ragten bereits aus Wasser heraus.

Premierminister Manmohan Singh sagte in seiner Rede an die Nation am Morgen: "Es wird befürchtet, dass 18 mutige Matrosen ihr Leben gelassen haben." Singh äußerte "tiefe Trauer" über die Katastrophe. Ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sprach von "sehr, sehr weitreichenden Schäden" an dem U-Boot.

Es handelt sich um den folgenschwersten Zwischenfall bei der indischen Marine seit 1971, als eine Fregatte von einem pakistanischen U-Boot versenkt wurde. Die Ursache für die Explosion ist bislang unklar. Marineoffiziere erklärten jedoch, sie vermuteten, dass ein Kurzschluss oder Probleme beim Laden der Batterien zu dem Feuer geführt hätten. Bis das Ergebnis einer offiziellen Untersuchung vorliege, würden zwar "mehrere Wochen" vergehen, derzeit spreche aber alles "für diese Variante".

wit/dpa/AFP



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