Indien MiG-21 stürzt auf Bankgebäude - acht Tote

Ein indisches Kampfflugzeug ist in ein Bankgebäude der Stadt Jalandhar gerast. Mindestens acht Menschen wurden beim Aufprall getötet - 13 weitere schweben noch in Lebensgefahr. Die Maschine des sowjetischen Typs MiG-21 war auf einem Routineflug unterwegs.


Einheiten der Armee, Anwohner und Feuerwehrleute verlegen einen Wasserschlauch zur Einschlagstelle
AP

Einheiten der Armee, Anwohner und Feuerwehrleute verlegen einen Wasserschlauch zur Einschlagstelle

Jalandhar - Die zweiköpfige Besatzung rettete sich vor dem Unglück mit dem Schleudersitz. Dies teilte das Verteidigungsministerium mit. Bei dem Aufprall der Maschine, die offenbar einen Triebwerksschaden hatte, kamen acht Menschen um. Rund 25 Menschen seien verletzt worden, berichtete der Fernsehsender Star News. Nach Angaben des Militärs waren zwei MiG-Kampfjets aus dem nahe gelegenen Adampur zu Übungsflügen gestartet.

Das Gebäude der Bank of Rajasthan in Jalandhar stürzte ein und ging in Flammen auf. Rettungsteams bemühten sich, unter den Trümmern begrabene Opfer zu bergen. Die meisten von ihnen sind Angestellte der Bank.

In dem Haus befanden sich die Bank und mehrere Geschäfte, die zum Zeitpunkt des Absturzes gerade erst geöffnet hatten. Die Stadt Jalandhar liegt 75 Kilometer südwestlich von Amritsar im nordwestindischen Staat Punjab. Das Flugzeug war auf dem nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt Adampur zu einem Routineflug gestartet. Die beiden Piloten der Luftwaffe wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Teile der Militärmaschine stürzten auch in diesen Innenhof
AFP

Teile der Militärmaschine stürzten auch in diesen Innenhof

"Ich sah, wie sich der Jet mehrere Male drehte, bevor er abstürzte", sagte der Software-Entwickler Sunil Mahotra aus Jalandhar. Die Maschine sei in der Luft explodiert und mit brennendem Heck in die Häuser gerast. Das Bankgebäude, ein angrenzends Lager für Furnierholz und ein Ladenzentrum gerieten in Brand. Mehrere Geschäfte hatten zum Zeitpunkt des Absturzes gerade den Handel begonnen.

Die Feuerwehr traf den Augenzeugen zufolge erst spät am Unglücksort ein. Zudem habe es zunächst kein Löschwasser gegeben. Das Feuer wütete drei Stunden lang, ehe es unter Kontrolle gebracht wurde. Von den 20 Verletzten seien 18 in kritischem Zustand sagte die Ärztin Surinder Kaur.

In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als hundert Maschinen der indischen Luftwaffe vom russischen Typ MiG abgestürzt. 39 Piloten kamen dabei ums Leben. Die Luftwaffe setzte inzwischen alle Übungsflüge der MiG-21 vom Typ 75 aus. Kommentatoren sagten, diese Entscheidung sei ein Eingeständnis des Militärs, dass das Flugzeug ernste Probleme habe. Die MiG-21 gilt als Rückgrat der indischen Luftwaffe.



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