Monsun Indien plant Masseneinäscherungen von Flutopfern

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen in Indien sind mindestens 680 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden befürchten jedoch, dass die Zahl der Opfer noch erheblich steigen wird. Nun soll mit der Einäscherung der Toten begonnen werden.

Indische Tempelstadt Kedarnath: Von den Monsun-Fluten stark getroffen
DPA

Indische Tempelstadt Kedarnath: Von den Monsun-Fluten stark getroffen


Neu-Delhi - Nach den verheerenden Überschwemmungen im Norden Indiens planen die Behörden Masseneinäscherungen toter Flutopfer. Am Mittwoch solle mit den Einäscherungen in der besonders betroffenen Tempelstadt Kedarnath begonnen werden, berichtete der Sender NDTV.

Insgesamt wurden bislang etwa 680 Opfer bestätigt, viele von ihnen sind Touristen oder Pilger, die beliebte hinduistische Pilgerstätten in der Region besucht hatten. Das Innenministerium in Neu-Delhi geht davon aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird. Er erwarte mehr als tausend Tote, sagte Innenminister Sushil Kumar Shinde.

Die Caritas vermutet sogar, dass es bis zu 10.000 Todesopfer geben könnte. Der Zugang zum Katastrophengebiet sei schwierig, weil Hunderte Straßen und Brücken zerstört seien, teilte die Hilfsorganisation mit. Erhebungen in 17 von den Überschwemmungen betroffenen Dörfern hätten ergeben, dass rund 40 Prozent der Wohnhäuser durch Erdrutsche beschädigt oder zerstört seien.

Zehntausende Menschen waren wegen früher als üblich einsetzenden Monsun-Regenfällen tagelang von der Umwelt abgeschnitten. Noch immer versuchen Helfer der indischen Armee, etwa 6000 von den Fluten eingeschlossene Menschen im Bundesstaat Uttarakhand zu erreichen. Schwere Regenfälle erschwerten die Rettungsarbeiten zuletzt.

wit/dpa



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