Indischer Ozean Boot mit 40 Menschen vor Kokosinseln gesunken

Hunderte Kilometer von der Küste entfernt ist im Indischen Ozean ein Boot mit etwa 40 Menschen an Bord gesunken. Zunächst konnten nur 19 Personen gerettet werden, nach den Vermissten wird noch gesucht. Möglicherweise handelt es sich bei den Verunglückten um Flüchtlinge.


Sydney - Das Unglück ereignete sich 650 Kilometer von den zu Australien gehörenden Kokosinseln entfernt. Nach Angaben einer Sprecherin der australischen Küstenwache geriet das Boot mit rund 40 Personen an Bord am späten Sonntagabend in Seenot.

Nach einem Notruf, den die Besatzung abgesetzt habe, seien die Schiffe im näheren Umkreis der Unglücksstelle um Hilfe gebeten worden, sagte die australische Behördensprecherin am Montag. Ein philippinischer Fischtrawler und ein Handelsschiff trafen daraufhin an der Unglücksstelle ein und nahmen einige der Havaristen an Bord. Nach Angaben des Oberbefehlshabers der australischen Truppen, Angus Houston, kenterte das in Not geratene Schiff nach Beginn der Bergungsaktion, und zahlreiche Insassen landeten im Wasser.

Zunächst konnten 19 Personen gerettet werden, weitere fünf Überlebende wurden gesichtet. Um die anderen Menschen gebe es "große Sorgen", da diese sich bereits seit einiger Zeit im Wasser befänden, so die Behördensprecherin.

Die Suche nach weiteren Bootsinsassen dauerte am Montag an, wurde aber durch die abgeschiedene Lage des Unglücksorts erschwert. Das dünn besiedelte Atoll liegt selbst 2400 Kilometer vor der australischen Küste und 1300 Kilometer südlich von Indonesien.

Ein australisches Militärflugzeug, das die Stelle nach mehrstündigem Flug erreichte, warf nach Angaben von Innenminister Brendan O'Connor in der Nähe der Überlebenden ein Rettungsfloß ab. Außerdem waren eine zweite Militärmaschine und ein Flugzeug des australischen Royal Flying Doctor Service auf dem Weg in das Gebiet. Ein australisches Rettungsschiff befinde sich noch mehr als eine Tagesreise vom Unglücksort entfernt, sagte O'Connor dem Fernsehsender Sky News.

Bei den Insassen des Bootes handelte es sich möglicherweise um Flüchtlinge, die auf dem Weg nach Australien waren. Dieses Jahr erreichten bereits mehr als 1700 Flüchtlinge auf Booten Australien, die meisten stammen aus Sri Lanka und Afghanistan.

O'Connor wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Die Rettung der Menschen sei jetzt alles, was zähle, sagte der Innenminister.

siu/AP/AFP

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