Indonesien Australien befürchtet katastrophalen Terroranschlag

Schon in naher Zukunft könnte die Pazifikregion erneut Ziel eines katastrophalen Terrorangriffs werden, befürchtet die australische Regierung. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste sind Einrichtungen in Indonesien besonders gefährdet.


Bei den Anschlägen auf zwei gut besuchte Nachtclubs in Bali starben im Oktober 2002 mindestens 202 Menschen, darunter sechs Deutsche
DPA

Bei den Anschlägen auf zwei gut besuchte Nachtclubs in Bali starben im Oktober 2002 mindestens 202 Menschen, darunter sechs Deutsche

Sydney - Es könnte "einen neuen katastrophalen Terroranschlag" in der Pazifikregion geben, warnte der australische Ministerpräsident John Howard. Das Ziel der Attacke, möglicherweise eine australische Einrichtung, könnte abermals in Indonesien liegen, hätten die Geheimdienste berichtet. Der Einschätzung schloss sich auch die US-Botschaft in Jakarta an.

Indonesien war schon zwei Mal Schauplatz verheerender Terroranschläge. Bei der Explosion von Autobomben vor Nachtclubs auf Bali im vergangenen Oktober kamen 202 Menschen ums Leben, darunter 88 australische Touristen. In der vergangenen Woche riss ein Sprengsatz vor dem Marriott-Hotel in Jakarta zwölf Menschen in den Tod.

Howard bekräftigte seine Entschlossenheit, mit der indonesischen Regierung bei der Bekämpfung des Terrors eng zusammenzuarbeiten. US-Botschafter Ralph Boyce erklärte in Jakarta, künftige Angriffe könnten sich gegen Wohnanlagen, Schulen, Hotels, Clubs, Restaurants oder Einkaufszentren mit westlichem Publikumsverkehr richten. Die Terroristen wüssten, dass US-Einrichtungen besonders gut bewacht würden, deshalb könnten sie auf leichter zugängliche Ziele ausweichen.

Im Prozess gegen die Attentäter von Bali wurde am Mittwoch der Verdächtige Ali Imron vernommen, der seine Tatbeteiligung bereits gestanden und öffentlich Reue gezeigt hat. Er erklärte vor Gericht, die Täter seien von Rachegedanken gegen die Vereinigten Staaten wegen der Unterdrückung von Muslimen im Nahen Osten und in Afghanistan geleitet worden. Imron ist ein jüngerer Bruder von Amrozi Bin Nurhasyim, der am vergangenen Donnerstag zum Tode verurteilt wurde.

Amrozi Bin Nurhasyim hatte das Urteil mit einem Lächeln auf den Lippen entgegen genommen. Reue hatte er nicht gezeigt.



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