Indonesien Dutzende Menschen ertrinken in Sturzflut nach Dammbruch

In Indonesiens Hauptstadt Jakarta starben Dutzende Einwohner nach einem Dammbruch, in dessen Folge ein Wohngebiet blitzartig überschwemmt wurde. Im Schlaf wurden die Menschen von den Wassermassen überrascht.


Cirendeu - Nach einem Dammbruch in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens 50 Menschen ertrunken. Mehre Dutzend Menschen wurden Stunden nach dem Unglück noch vermisst, wie ein Vertreter des Gesundheitsministeriums sagte. Die Sturzflut setzte am Freitag Hunderte Häuser in einem Wohngebiet unter Wasser.

Die Bewohner wurden gegen zwei Uhr morgens im Schlaf überrascht. Es wurde befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigt.

Der zehn Meter hohe Damm im Gebiet von Tangerang brach nach stundenlangen heftigen Regenfällen. Etwa 400 Häuser seien überflutet und einige völlig zerstört worden, sagte der Leiter des Krisenstabs im Gesundheitsministerium, Rustam Pakaya. Das Wasser stand bis zu zweieinhalb Meter hoch, wie Polizei und Augenzeugen berichteten. Autos wurden von den Fluten mitgerissen.

"Die Sturzflut kam ganz plötzlich, es war schrecklich", sagte Seto Mlyadi, der mit seiner Frau und vier Kindern in dem betroffenen Wohngebiet lebt. Er habe eine Sirene gehört, dann sei das Wasser durch alle Fenster und Türen eingedrungen.

Der Damm, der noch aus der Kolonialzeit stammt, staute das Wasser des Flusses Pesanggrahan. Der Stausee umfasste nach Angaben eines Behördensprechers etwa zwei Millionen Kubikmeter. Es wurde vermutet, dass starker Regen zunächst den Stausee zum Überlaufen gebracht hat. Dann sei der Damm gebrochen, weil sein Fundament nicht aus Beton sei.

pad/AP



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