Vorher-nachher-Satellitenbilder Wie der Tsunami die Insel Sulawesi verwüstet hat

Nach dem Beben und der Flutwelle werden die Zustände auf der indonesischen Insel Sulawesi immer chaotischer. Die Zahl der Toten steigt auf mehr als 1200, Rettungskräfte gelangen nur langsam durch die Trümmer.


Auf der indonesischen Insel Sulawesi ist die Zahl der Toten nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe weiter gestiegen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte mit, es gebe mindestens 1234 Todesopfer. Bislang war man von mehr als 840 Toten ausgegangen.

Mehr als 65.000 Häuser seien beschädigt worden. Allerdings hätten die Rettungskräfte immer noch keinen Zugang zu einigen der betroffenen Regionen.

Unter den Trümmern von Häusern und im Schlamm werden noch viele Leichen vermutet. Es wird daher befürchtet, dass die Zahl der Opfer steigt. Der Sprecher der Behörde, Sutopo Nugroho, berichtete von mehr als 800 Verletzten. Mindestens 99 Menschen werden noch vermisst. In dem Katastrophengebiet leben 1,4 Millionen Menschen.

Mehr als 72 Stunden nach den Beben und der Flutwelle ist die Lage auf der Insel angespannt. Bei den Überlebenden wachsen Verzweiflung und Zorn, weil es an den wichtigsten Dingen wie Wasser, Nahrung und Treibstoff fehlt. An den Straßen stehen Menschen mit Schildern wie "Wir brauchen Essen" und "Wir brauchen Unterstützung".

Deutschland stellt 1,5 Millionen Euro Soforthilfe für die Katastrophenregion bereit. "Sind in engem Kontakt mit Hilfsorganisationen und der indonesischen Regierung, um Bedarf vor Ort festzustellen und Unterstützung zu koordinieren", hieß es in einem Tweet des Auswärtigen Amts.

In der besonders schlimm betroffenen Stadt Palu kam es zu Plünderungen. Sicherheitskräfte gaben laut einem Bericht des Senders BBC Warnschüsse ab. Indonesien hat das Ausland inzwischen offiziell um Unterstützung gebeten.

Mancherorts hatten die Helfer auch Erfolg. Mehr als 72 Stunden nach dem Tsunami zogen sie aus den Trümmern eines Verwaltungsgebäudes in Palu einen Überlebenden. Der Mann namens Sapri Nusin konnte gleich wieder laufen, klagte aber über Durst. Die Zeit, Verschüttete zu retten, wird allerdings knapp.

Neues Erdbeben auf der Insel Sumba

Unterdessen wurde eine weitere indonesische Insel von einem heftigen Erdbeben erschüttert: die Insel Sumba weiter im Süden. Das Beben um 7.16 Uhr Ortszeit (2.16 Uhr MESZ) hatte die Stärke 6,3. Das Zentrum lag etwa zehn Kilometer tief im Meer, rund 66 Kilometer südwestlich der Insel. Augenzeugen berichteten, dass Panik ausgebrochen sei. Über größere Schäden oder Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Auf Sulawesi - Indonesiens viertgrößter Insel - dringen die Einsatzkräfte erst nach und nach in die Gebiete weiter im Norden vor, in denen das Zentrum des schlimmsten Bebens von Freitagabend war. Es hatte eine Stärke von 7,4. Auf einem Kirchengelände nahe Palu wurden nach Angaben des Roten Kreuzes die Leichen von 34 Schülern entdeckt, die dort am Bibelunterricht teilgenommen hatten. Mehr als 50 weitere Schüler werden noch vermisst.

Eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes sagte: "Das Schlimmste ist, anderthalb Stunden durch den Schlamm zu waten und Leichen zu tragen." In der 350.000-Einwohner-Stadt Palu hat man damit begonnen, die ersten Toten in Massengräbern beizusetzen.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die 260 Millionen Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. In diesem Sommer hatte es bereits auf der Insel Lombok eine Serie von schweren Erdbeben mit mehr als 500 Toten gegeben. Beim Tsunami an Weihnachten 2004 starben in Indonesien mehr als 160.000 Menschen - so viele wie in keinem anderen Land der Region.

sen/AFP/dpa/Reuters



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.