Tsunamikatastrophe Neues Beben erschüttert Indonesien

In Indonesien hat wieder die Erde gebebt. Dieses Mal traf es die Insel Sumba. Auf der vom Tsunami verwüsteten Insel Sulawesi machten Helfer in den Trümmern einer Kirche eine grausige Entdeckung.


Nach der Tsunamikatastrophe in Indonesien ist das Land erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Das Beben der Stärke 6,3 traf um 7.16 Uhr Ortszeit (2.16 MESZ) die Insel Sumba, wie die Geophysik-Behörde des südostasiatischen Landes mitteilte.

Das Zentrum lag demnach in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern rund 66 Kilometer südwestlich der Insel im Meer. Berichte über Schäden und mögliche Opfer gab es zunächst nicht.

Indonesien leidet immer noch unter den Folgen einer ganzen Serie von Beben mit einer Stärke bis zu 7,4 und eines Tsunamis, die am Freitag die Insel Sulawesi getroffen hatten. Nach einer vorläufigen Bilanz der Behörden starben dabei mehr als 1300 Menschen. Viele Opfer liegen noch im Schlamm und unter Trümmern. Dort werden noch viele weitere Leichen vermutet.

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So machten Helfer in einer zerstörten Kirche auf Sulawesi eine grausige Entdeckung. In deren Trümmern fanden sie 34 tote Bibelschüler. Auch hier könnte die Opferzahl noch steigen, weil zunächst 86 Bibelschüler als vermisst gemeldet wurden.

Die Bibelschüler kamen im Jonooge Church Training Centre im bergigen Bezirk Sigi Biromaru südöstlich der Stadt Palu ums Leben. Die Kirche wurde nach dem Erdbeben vom vergangenen Freitag von einer Schlammlawine verschüttet. Die Arbeit der Rettungskräfte gestaltete sich schwierig: Die Gegend ist abgelegen und kann nur durch einen rund eineinhalbstündigen Fußmarsch erreicht werden, wie Rote-Kreuz-Sprecherin Aulia Arriani sagte.

Doch es gibt auch schöne Momente für die Einsatzkräfte. Ein Video von Behörden zeigt, wie Helfer in Palu einen Überlebenden aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses zogen. Der Mann namens Sapri Nusin wurde aus der Ruine eines Regierungsgebäudes gerettet, in dem er seit Freitagabend verschüttet war. Auf dem Video ist zu sehen, wie Nusin von einem Helfer gefragt wird: "Kannst du gehen?" Die Antwort: "Ja, aber ich bin sehr durstig." Anschließend wurde er zu einem Krankenwagen gebracht

Auf der Insel herrscht weiterhin Chaos. Den Einsatzkräften fehlt es an Material. Die Überlebenden klagen über fehlende Lebensmittel und Treibstoff. Der südostasiatische Inselstaat mit insgesamt etwa 260 Millionen Einwohnern hat um internationale Hilfe gebeten.

"Schulkinder weinen vor Angst"

Martina Djera, Vorsitzende des Amts für Katastrophenschutz im Bezirk Ostsumba, sagte, das jüngste Beben habe einige Risse an Hauswänden verursacht. Das Beben habe sich stark angefühlt. "Einwohner flohen in Panik aus ihren Häusern. Schulkinder weinten vor Angst."

Die Insel Sumba liegt mehrere Hundert Kilometer südlich von Sulawesi. In diesem Sommer hatte es bereits auf der indonesischen Insel Lombok eine Serie von schweren Erdbeben gegeben. Dabei kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. Die Erschütterungen waren damals auch auf der Nachbarinsel Bali zu spüren.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160.000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.

sen/dpa/AFP



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