Indonesien Starkes Erdbeben erschüttert Sumatra

Indonesien ist erneut von einem Beben erschüttert worden: Die Erdstöße versetzten Menschen auf der Insel Sumatra in Panik. Gebäude wurden beschädigt, der Strom fiel aus. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Die Behörden hoben eine Tsunami-Warnung wieder auf.

Nach dem Beben auf Sumatra: Menschen beten auf den Straßen
REUTERS

Nach dem Beben auf Sumatra: Menschen beten auf den Straßen


Jakarta - Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Sonntag den Norden der indonesischen Insel Sumatra erschüttert. Die Erdstöße ereigneten sich etwa 220 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh unter dem Meeresboden, meldete die US-Erdbebenwarte.

In der Provinzhauptstadt Banda Aceh rannten Menschen am Sonntag in Panik aus ihren Häusern, berichtete der indonesische Rundfunk. Auch in der Großstadt Medan an der Ostküste Sumatras wackelte der Boden. Die Menschen seien aus Einkaufszentren geflüchtet, hieß es. Mehrere Häuser seien im Westen der Insel beschädigt worden, der Strom sei ausgefallen, berichteten Behörden. Tote oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

Für die Küsten im Umkreis von bis zu 100 Kilometern vom Zentrum des Bebens wurde zunächst eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Die indonesischen Behörden hoben diese Warnung nun wieder auf. Die befürchteten Wellen vor der Westküste von Sumatra blieben aus, teilte die Erdbebenwarte mit. Der Erdbebenherd lag mit mehr als 60 Kilometern unter dem Meeresboden relativ tief. Je tiefer der Herd desto geringer die Schäden an der Oberfläche.

Indonesien liegt im pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu seismischen Erschütterungen führen. Anfang April waren viele Menschen bei einem Erdbeben in Panik geraten, mehrere wurden verletzt. Im vergangenen September starben bei einem ähnlich heftigen Erdbeben der Stärke 7,6 westlich von Sumatra Hunderte Menschen.

Vor der Küste von Banda Aceh lag auch das Epizentrum des Bebens, das Weihnachten 2004 verheerende Verwüstungen anrichtete. 230.000 Menschen starben bei dem Tsunami rund um den Indischen Ozean, allein 170.000 auf Sumatra. Das Beben hatte eine Stärke von mehr als 9.

kgp/dpa/apn/Reuters



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