Seenotrettung Richard Gere hilft, Matteo Salvini spottet

Schauspieler Richard Gere hat in Süditalien Hilfsgüter an Bord eines Rettungsschiffes gebracht. In einer Videobotschaft bat er um Unterstützung. Von Italiens Innenminister bekam er darauf eine zynische Antwort.

Francisco Gentico/ AP

Hollywoodstar Richard Gere hat das Rettungsschiff "Open Arms" besucht, das seit mehr als einer Woche vor der italienischen Insel Lampedusa im Mittelmeer treibt. Der 69-jährige Schauspieler brachte am Freitag Wasser, Essen und Hilfsgüter für die mehr als 150 Migranten an Bord. Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte spöttisch auf die Hilfsaktion.

Auf der Internetplattform Twitter veröffentlichte der Lega-Chef zwei Standbilder aus einem Video, in dem Gere die Menschen um Unterstützung für die Migranten auf der "Open Arms" bittet. Darüber der Kommentar von Salvini: "Da seine Freunde von der NGO (Nichtregierungsorganisation) 180 Einwanderer an Bord haben, bin ich sicher, dass der großzügige Millionär sie alle in seinen Villen aufnehmen wird. Liege ich falsch?"

Gere erklärte in seiner Videobotschaft, das Wichtigste für die Menschen an Bord sei es nun, einen freien Hafen zu finden und an Land zu gehen, um ein neues Leben beginnen zu können. "Bitte unterstützt uns, helft diesen Menschen, euren Brüdern und Schwestern", sagt er in die Kamera.

Bei einer Pressekonferenz der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf Lampedusa kritisierte der US-Schauspieler die harte Haltung Italiens. "Ich liebe die Italiener sehr, eure Großzügigkeit und eure Lebensfreude. Und doch habe ich festgestellt, dass sich da etwas verändert hat", sagte Gere laut der Nachrichtenagentur Ansa.

Italiens Innenminister Matteo Salvini konterte: "Du kannst alle Migranten mit nach Amerika nehmen in deinen Privatflugzeugen, um sie in deinen Villen zu versorgen. Danke."

Video: Richard Gere bittet um Hilfe für Flüchtlinge

Francisco Gentico/ AP

Die "Open Arms" darf seit Tagen nicht in die Häfen von Malta oder Italien einlaufen. Am 1. August hatte die Crew 123 Flüchtlinge vor der lybischen Küste gerettet. Am Samstag kamen vor Malta 39 weitere Menschen an Bord des Schiffs.

Italien nahm zwei schwangere Frauen auf, verabschiedete jedoch inzwischen ein Gesetz, das harte Strafen für zivile Seenotretter vorsieht, die unerlaubt in italienischen Hoheitsgewässern fahren.

Dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Salvini reicht das Gesetz offenbar nicht. Er hat bereits mitgeteilt, er bereite ein Verbot der Einfahrt des Schiffs "Open Arms" in italienische Gewässer vor.

cmb/ dpa



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