Innenminister Mehrere Täter entführten Ulrike

Die Ermittler sind bei der Suche nach der vermissten 12-jährigen Ulrike offenbar einige Schritte weiter. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm sagte, es seien mehrere Täter beteiligt.


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Potsdam/Eberswalde - Die Umstände lassen nach Einschätzung der Ermittler darauf schließen, dass mehrere Täter am Verschwinden Ulrikes aus Eberswalde beteiligt seien, sagte Schönbohm am Donnerstag in Potsdam. Die Polizei hoffe jetzt auf Hinweise aus dem Täterkreis. Zur Frage, ob das Mädchen noch leben könne, sagte der Minister, die Eltern und alle Beteiligten müssten sich nach so langer Zeit ohne Überlebenszeichen auf das Schlimmste gefasst machen.

Auch eine mögliche neue Spur im Fall der seit 15 Tagen verschwundenen Ulrike brachte die Ermittler offenbar nicht weiter. Zwar war ein fremdes Hautstück an der dem Mädchen gehörenden und in einem ausgebrannten Auto gefundenen Haarspange entdeckt worden. Bei dem Vergleich dieses "genetischen Fingerabdrucks" mit der DNS-Datenbank des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden sei niemand gefunden worden, zu dem der Hautpartikel gehören könnte, berichtete die "Märkische Allgemeine".

Die Untersuchungen der Polizei konzentrierten sich am Donnerstag auf einen Schrottplatz bei Eberswalde. Was dort vermutet wird, teilte die Polizei nicht mit. Ein Bürgerhinweis, der auf die Autoverwertung hingedeutet habe, sei als wichtig eingestuft worden, sagte ein Sprecher.

Zurzeit seien etwa 250 Polizisten aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt im Einsatz, sagte Polizeisprecher Burkhard Heise. Die Größe der Suchtrupps sei aber inzwischen verringert worden. Die Beamten untersuchen Veränderungen am Boden, die bei Luftaufnahmen von Bundeswehr-Tornados angezeigt worden waren. Etwa zehn Stellen müssen laut Heise noch in Augenschein genommen werden. "Es geht derzeit weniger um eine Masse-Aktion, sondern eher um eine punktuelle Suche", sagte Heise. Am Wochenende soll wieder mit größerem Personaleinsatz gesucht werden.



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