Internationaler Tag des Kusses Schmatz für den Schatz

Was haben sozialistische Politiker, verliebte Pärchen und glückliche Sportler gemeinsam? Sie alle küssen, was das Zeug hält. Da kommt der Internationale Tag des Kusses gerade recht, eine kleine Kuss-Typologie zu entwerfen - und an einige bedeutsame Knutscher zu erinnern.

DPA

Hamburg - Er macht die Schlafenden wach, die Starken (in den Knien) schwach und weckt selbst bei emotionalen Grobmotorikern zarte Gefühle: der Kuss. Der Lyriker Adelbert von Chamisso schrieb einst: "Küssen ist ein süßes Spiel."

Angesichts des Internationalen Tags des Kusses am Mittwoch möchte man gar nicht daran denken, dass die Ursprünge des Kusses unromantisch sind. "Wahrscheinlich liegt der evolutionäre Ursprung des Kusses beim Füttern der Nachkommen", sagt Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin. Irgendwann hätten Schimpansen und Menschen die vorgekaute Nahrung an ihre Kinder weitergegeben. Aus diesem "Kussfüttern" habe sich der Kuss vermutlich als eine Begrüßung entwickelt.

Und die hat inzwischen sehr viele Formen entwickelt. Die Enzyklopädie Wikipedia unterscheidet bei den in der Öffentlichkeit akzeptablen Varianten Zungenkuss, Luftkuss, Riechgruß und das Küsschen (auch Bussi genannt). Das Klischee will es, dass letzterer Typ gerade in den besseren Kreisen der Gesellschaft, insbesondere in München, anzutreffen ist. Die leidenschaftlicheren Varianten sind dagegen eher etwas für Verliebte.

Apropos Verliebte - auch wenn für sie jeder Kuss das wichtigste Ereignis der Welt ist, hängt die Bedeutung eines Schmatzers selbstverständlich auch vom Zusammenhang ab. Ästhetisch ist etwa ein Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Michail Gorbatschow eher fragwürdig, vom Romantikfaktor ganz zu schweigen. Aber seine historische Bedeutung ist unbestritten.

Besonders schön sind deshalb Küsse, die historische Bedeutung und Romantik vereinen: Der Schmatzer beispielsweise, den ein Soldat bei der Siegesparade der amerikanischen Truppen auf dem Times Square in New York einer Krankenschwester gab.

Deshalb der Tipp von SPIEGEL ONLINE zum heutigen Internationalen Tag des Kusses: Knutschen, busseln, schmatzen und küssen Sie, was das Zeug hält - womöglich geschieht ja etwas Weltbewegendes. Und falls nicht, war die Mühe auch nicht vergebens, sondern gesund: "Der Kuss hat auch einen immunisierenden Effekt", sagt Biopsychologe Walschburger.

ulz/wit/jok/dpa



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