Irak Todesdrohungen der Brigaden des Heiligen Krieges

Bislang wurden die Anschläge auf Alliierte im Irak von namenlosen Gruppierungen verübt. Jetzt hat sich erstmals eine Untergrundorganisation an die Öffentlichkeit gewandt. Sie droht allen Mitgliedern des neuen irakischen Verwaltungsrates mit dem Tod. Staaten, die Truppen in den Irak entsenden, müssten mit Anschlägen rechnen.


 Bagdad: Ein bewaffneter Mann vor dem Ort des Attentats
AP

Bagdad: Ein bewaffneter Mann vor dem Ort des Attentats

Bagdad - Die Nachrichtenagentur AP erhielt in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt Falludscha am Wochenende ein Videoband und eine schriftliche Erklärung einer Gruppe, die sich "Brigaden des Heiligen Kriegs des Imams Ali bin Abi Taleb" nennt. Abi Taleb ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Schiiten.

In der Erklärung wird die Ermordung aller Mitglieder des von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzten irakischen Verwaltungsrats angekündigt. Außerdem droht die Organisation allen mit dem Tod, die mit den Besatzungsbehörden zusammenarbeiten.

In der Video-Aufnahme sind fünf vermummte Männer zu sehen. Sie tragen Maschinengewehre und Panzerfäuste. "Wir sind fest entschlossen, jeden Soldaten zu bekämpfen, der den Irak erreicht", verliest der Sprecher der Gruppe die Botschaft. "Wir werden jeden von ihnen als einen Besatzer behandeln." Schon in naher Zukunft werde es Operationen gegen Nationen geben, die Truppen in den Irak senden - egal ob es sich um benachbarte, arabische oder nicht-arabische Staaten handele.

Der jüngste Selbstmordanschlag in Bagdad ist nach neuen Angaben der US-Armee mit zwei Autos verübt worden. Bei dem Attentat auf ein Hotel im Zentrum der Stadt waren am Sonntag sechs Iraker getötet und Dutzende Verletzt worden.

Zwei große Limousinen hätten mit hoher Geschwindigkeit eine Sperre am stark gesicherten Hotel Bagdad durchbrochen und seien explodiert, sagte US-Militärsprecher George Krivo. Amerikanische und irakische Sicherheitskräfte hätten das Feuer auf die heran nahenden Fahrzeuge eröffnet. Damit sei eine weit größere Tragödie verhindert worden, weil die Fahrzeuge daran gehindert worden seien, den Eingang des Hotels zu erreichen. "Die Autos schwenkten herum und versuchten neben dem Kontrollpunkt vorbeizukommen. Dann gab es eine Detonation und eine Explosion", sagte er vor Reportern.

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