Iran Drei Deutsche entführt

In der iranischen Provinz Sistan-Belutschistan sind drei Deutsche entführt worden. Möglicherweise handelt es sich um drei Touristen, die per Fahrrad unterwegs waren.


DER SPIEGEL

Teheran - Der iranische Nachrichtenservice Rujdad berichtete am Morgen über die Verschleppung der drei Bundesbürger. Die deutsche Botschaft in Teheran nahm keine Stellung zu der Meldung. Die Deutschen sollen dem Bericht zufolge schon vor einigen Tagen in der südöstlichen Region Sistan-Belutschistan auf der Landstraße von Bam nach Sahedan entführt worden sein.

Wer die Opfer und die Kidnapper sind, ist bislang nicht bekannt. Der Nachrichtensender n-tv meldet unter Berufung auf einen Korrespondenten, die Verschleppten seien Radfahrer, die in die Hände von Drogenbanden gefallen seien. Diese Information ist von offzieller Seite bislang nicht bestätigt.

Auch die Nachrichtenagentur dpa meldet unter Berufung aus informierte Kreise in Sahedan, der Hauptstadt der Provinz, dass wahrscheinlich Drogenhändler die Ausländer gekidnappt hätten. Hinter der Entführung stecke vermutlich die Banditengruppe Schahbachsch, die in der Gegend auch Drogenhandel betreibt. Diese Gruppe hatte 1999 drei spanische und einen italienischen Touristen entführt. Es wird befürchtet, dass sie die deutschen Touristen gegen inhaftierte Mitglieder ihrer Gruppe austauschen will. Unklar war, ob es sich bei den Entführungsopfern nur um Deutsche handelt.

Das Auswärtige Amt warnt auf seiner Internetseite vor Sicherheitsrisiken: Besondere Gefahr bestehe insbesondere bei Individual- oder Trekkingreisen in den Provinzen Kerman und Sistan-Balutschestan sowie in den Grenzgebieten zu Pakistan und Afghanistan. Von nicht dringend erforderlichen Reisen in die Kurdengebiete im Nordwesten Irans entlang der türkischen und irakischen Grenze rät das Auswärtige Amt grundsätzlich ab.



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