Irland Böe reißt 110 Kinder bei Segelregatta ins Meer

Eine heftige Böe hat bei einer Segelregatta vor der irischen Ostküste mehr als hundert Kinder ins Meer gerissen. Etliche Boote und ein Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Die Helfer mussten Dutzende Nachwuchssportler aus dem Wasser retten.


London - Die Kinder hatten an einer Junior-Regatta teilgenommen, als bis zu 91 Boote durch eine Böe kenterten. Die Kinder sind zwischen 10 und 15 Jahren alt. Alle trugen nach Angaben des irischen Fernsehsenders RTE Schwimmwesten. Zunächst hatte der Sender Sky News berichtet, 20 Kinder würden in den Fluten vermisst. Später teilte die Küstenwache aber mit, alle Teilnehmer seien inzwischen gerettet worden.

Das Unglück ereignete sich vor dem Hafen von Dún Laoghaire in der Nähe von Dublin. Der Wetterumschwung ist nach Angaben der "Irish Times" gegen 14.15 Uhr unerwartet über die Sportveranstaltung hereingebrochen. Laut Augenzeugen habe es eine Sturmwarnung gegeben, die aber niemand ernst genommen habe. Ein Sprecher des Hafens in Dún Laoghaire sagte, es sei an dem Nachmittag ein Wind mit 28 Knoten gegangen. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern.

Die Kinder hatten zusammen mit mehreren Erwachsenen an der Regatta teilgenommen. Die Gegend rund um den Hafen wurde gesperrt. Es kam nach Angaben von Augenzeugen zu chaotischen Szenen. Auch ein Doppeldeckerbus soll Verletzte ins Krankenhaus gebracht haben.

Boote der Küstenwache und der Marine sowie ein Helikopter waren an der Rettungsaktion beteiligt. 15 Kinder wurden in Dubliner Krankenhäuser gebracht, mehr als 80 vor Ort behandelt. Keins habe schwere Verletzungen erlitten, einige seien offenkundig unterkühlt.

ffr/dpa/AP



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