Irland Kindesmißhandlung in katholischem Erziehungsheim

Mitglieder des katholischen Ordens "Christliche Brüder" müssen sich für den bislang schwerwiegendsten Fall von Kindesmißbrauch in Irland verantworten. Die Fälle von sexueller Mißhandlung liegen mindestens 30 Jahre zurück und sollen in einem Erziehungsheim verübt worden sein.


Dublin - Die Polizei in Dublin ermittelt nach eigenen Angaben vom Dienstag gegen mehr als 50 Mitglieder des Ordens "Christliche Brüder", drei von ihnen sind bisher festgenommen worden. Ihnen werden "furchtbare" Fälle von sexueller Mißhandlung vorgeworfen. Alle Taten liegen mindestens 30 Jahre zurück, manche sogar 60. Sie sollen sich in dem 1969 geschlossenen Erziehungsheim Artane in Dublin abgespielt haben.

Die Gründung eines speziellen Ermittlungsteams für Mißbrauch und Mißhandlung in Heimen und Internaten hatte in den vergangenen Monaten zu einer Welle von Anzeigen geführt. Allein ehemalige Artane-Schüler meldeten 230 Straftaten. Der irische Premierminister Bertie Ahern entschuldigte sich Anfang dieses Monats für das "kollektive Versagen" seines Landes bei der Aufdeckung von Verbrechen in den meist katholischen Heimen.



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