Fund von Isaf-Soldaten in Afghanistan Baby statt Bombe

Polnische Isaf-Soldaten waren auf einer Routinepatrouille im Osten Afghanistans unterwegs, als sie am Wegrand ein Bündel entdeckten. Sie dachten zunächst an Sprengstoff, fanden stattdessen aber ein zwei Tage altes Baby. Die Kleine verdankt den Soldaten ihr Leben - und nun auch ihren Namen.

DPA/ ISAF

Ghazni - Polnische Isaf-Soldaten haben im Waghez-Bezirk in Afghanistan ein zwei Tage altes Mädchen gefunden, es lag eingewickelt in Tücher am Wegrand. Im Umkreis von zwei Kilometern hätten sich weder Menschen, noch Gebäude befunden, heißt es in der Mitteilung der Nato-geführten Schutztruppe. "Wir hatten zunächst befürchtet, dass es sich um Sprengstoff handelt", sagte Krzysztof Kawak, einer der polnischen Soldaten.

Ein Sanitäter der Truppe habe das Baby sofort untersucht und es ins polnische Feldlazarett gebracht. Dort habe die gesamte Mannschaft auf den kleinen Patienten gewartet. "Es war das erste Ereignis dieser Art in dem Krankenhaus", schreibt die Isaf.

Entgegen erster Befürchtungen sei der Gesundheitszustand des Mädchens hervorragend gewesen. "Das Kind hat sofort die Herzen des gesamten Lazarett-Personals erobert", heißt es in der Mitteilung. Es wurden Milch und ein Fläschchen besorgt, später wurden das Provinzkrankenhaus und die Behörden in Ghazni informiert. Das Mädchen sei inzwischen an afghanische Ärzte übergeben worden.

Selbst wenn die Kleine jetzt getrennt von ihren polnischen Rettern lebt, vergessen wird sie sie wohl nicht: Die Mitarbeiter im Lazarett haben das Findelkind in Anlehnung an ihr Heimatland "Pola" getauft.

aar

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insgesamt 8 Beiträge
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Augustusrex 25.09.2012
1. Die Soldaten hätten die Kleine
lieber nach Polen ausfliegen sollen. Dort wäre sie wenigstens unter zivilisierten Verhältnissen aufgewachsen. In Afghanistan war sie ja offensichtlich unerwünscht.
johnnychicago 25.09.2012
2.
Zitat von sysopDPA/ ISAFPolnischen Isaf-Soldaten waren auf einer Routine-Patrouille im Osten Afghanistans unterwegs, als sie am Wegrand ein Bündel entdeckten. Sie dachten zunächst an Sprengstoff, fanden stattdessen aber ein zwei Tage altes Baby. Die Kleine verdankt den Soldaten ihr Leben - und nun auch ihren Namen. http://www.spiegel.de/panorama/isaf-soldaten-aus-polen-finden-in-afghanistan-findelkind-a-857903.html
Hier sieht man die wahren Leittragenden aller Kriege. Wie verzweifelt mag die Frau gewesen sein, dass sie ihr Kind an den Strassenrand legt und wie unschuldig ist das Kind. Es weiss nicht in was für eine Welt es hineingeboren wurde und trotzdem lebt es. Es zeigt auch die humanitäre Mission der Truppen und zeigt dass es nicht nur Soldaten sondern auch Menschen sind.
Emil Peisker 25.09.2012
3. Pola
Zitat von Augustusrexlieber nach Polen ausfliegen sollen. Dort wäre sie wenigstens unter zivilisierten Verhältnissen aufgewachsen. In Afghanistan war sie ja offensichtlich unerwünscht.
Ja, der Gedanke kam mir auch.
multi_io 25.09.2012
4.
Oh Mann. Vielleicht sind das ja alles blöde Vorurteile von mir, aber ich stelle mir irgendwie vor, dass es schon für "normale" Kinder mit Großfamilie schwer ist, in einem steinzeitislamischen Land aufzuwachsen. Aber als Findelkind mit unbekannten Eltern, Mädchen, und benannt nach einem katholischen Staat? Da hätten die Soldaten die Kleine wohl wirklich besser nach Polen mitgenommen. :-(
utada 25.09.2012
5. optional
Oh Mann... was für eine rührende Geschichte! Die Frage, warum die Soldaten das Mädchen an die afghanischen "Behörden" übergeben haben, stellte sich mir auch so... Mich würde brennend interessieren, was weiter mit der kleinen Pola passiert. Hat irgendjemand Informationen, wie das in Afghanistan ist mit Adoptionen, Pflegekindern etc. pp.? Die Frage klingt natürlich wahnsinnig naiv, aber ich will mich halt nicht einfach nur von meinen Vorurteilen leiten lassen - und vielleicht gibt es ja hier Leute, die dieses Land nicht nur aus SPON u. anderen Medien kennen.... Ja, ich hätte dieses süße kleine Baby vermutlich einfach mitgenommen oder so... Hoffentlich bleiben zumindest die polnischen Soldaten an der Sache dran u. befragen regelmäßig die Behörden. Und ich persönlich möchte auch gerne weitere Informationen über den Verbleib u. das weitere Schicksal von Pola. Und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin...
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