Unwetter in Italien Rettungskräfte suchen auf Ischia weiter nach Vermissten

Nachdem ein Erdrutsch mehrere Ortschaften auf der Insel Ischia verwüstet hat, haben Suchtrupps in den Trümmern die Leiche eines Kindes entdeckt. Mehrere Menschen gelten noch als vermisst.
Aufräumarbeiten auf Ischia: Tonnenweise Schutt und Schlamm und Schrott

Aufräumarbeiten auf Ischia: Tonnenweise Schutt und Schlamm und Schrott

Foto: Ciro de Luca / REUTERS

Nach dem verheerenden Unwetter auf der italienischen Insel Ischia suchen die Behörden weiter nach vermissten Menschen. Die Rettungskräfte waren die ganze Nacht zum Sonntag im Dauereinsatz, wie mehrere Medien berichteten.

Die zuständige Präfektur in der süditalienischen Stadt Neapel veröffentlichte am Sonntagvormittag nach einer Krisensitzung neue Zahlen. Mehrere Menschen gelten als vermisst. Die Zahl der Verletzten sank der Behörde zufolge von 13 auf vier, wobei eine Person schwer verletzt worden ist. Dass bei dem Unwetter eine Frau ihr Leben verlor, war bereits am Samstag bekannt geworden. Nun haben die Rettungskräfte auch noch die Leiche eines Kindes entdeckt. Es handle sich um ein Mädchen im Alter zwischen fünf und sechs Jahren, erklärte die zuständige Präfektur in Neapel am Sonntag.

Spur der Verwüstung: Beschädigte Häuser in Casamicciola

Spur der Verwüstung: Beschädigte Häuser in Casamicciola

Foto: Salvatore Laporta / dpa

Anhaltende Stürme und Regen erschwerten am Samstag die Bergungsarbeiten von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz. Am Sonntag besserte sich die Wetterlage. Laut Präfektur evakuierten die Einsatzkräfte bislang 167 Menschen aus ihren Häusern und brachten sie unter anderem in einem Hotel unter. Am Sonntag waren demnach etwa 150 Feuerwehrleute und circa 220 Polizisten vor Ort im Einsatz. Die Regierung in Rom kündigte eine Ministerratssitzung für Sonntagvormittag an, um in der Region den Notstand zu erklären. Das ist unter anderem nötig, damit schnell Gelder für Hilfe in der betroffenen Region freigemacht werden können.

In der Nacht zu Samstag trafen Sturm und Starkregen auf die Mittelmeerinsel im Golf von Neapel und richteten vor allem in den nördlichen Küstenorten Casamicciola und Lacco Ameno schwere Schäden an. An Hängen gingen Erdrutsche ab, Fluten aus Wasser, Schlamm und Gestein trieben durch die Straßen, beschädigten Autos und Busse und rissen diese teilweise bis ins Meer. Einige Wracks treiben im Wasser, andere stecken demoliert in den teils meterhohen Schlammmassen fest. Feuerwehrleute suchen auch in den Wracks nach Vermissten.

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Die Gegend gilt bereits länger als Risikogebiet für Erdrutsche. Erste Expertenstimmen wurden laut, dass dort in den vergangenen Jahren zu wenig für den Schutz gegen derartige Extremereignisse getan wurde.

mak/dpa

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