Vulkanausbruch droht Neue Erdbebenserie erschüttert Islands Südwesten

Der Erdbebenschwarm soll von Magmabewegungen unter der Erde verursacht worden sein: In Island sind seit Samstag Hunderte Erschütterungen verzeichnet worden. Ein Experte warnt vor einer kräftigen Eruption.
Ausbruch des isländischen Vulkans Fagradalsfjall im vergangenen Jahr

Ausbruch des isländischen Vulkans Fagradalsfjall im vergangenen Jahr

Foto: Halldor Kolbeins / AFP

Der Südwesten Islands ist von einem kräftigen Erdbeben erschüttert worden. Es ereignete sich am Sonntagabend in der Nähe von Grindavík rund 50 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Reykjavik und war in der gesamten Region rund um die Halbinsel Reykjanes zu spüren. Die isländische Wetterbehörde sprach von einer Stärke von 5,4. Die Erschütterung war Teil einer erneuten Erdbebenserie, die am Samstag in den Mittagsstunden begonnen hatte.

Auch am Montagmorgen kam es zu Hunderten weiteren Beben, darunter gleich mehrere mit einer Stärke von über 4,0, wie Behördendaten zeigten. Es wird vermutet, dass der Erdbebenschwarm von Magmabewegungen unter der Erde verursacht wird. Einige Schäden wurden den Behörden gemeldet, Verletzte bislang nicht.

In dem Gebiet hatte es im vergangenen Jahr einen monatelangen Vulkanausbruch gegeben, der sich mit einer starken Erdbebenserie angekündigt hatte. Ein führender isländischer Vulkanologe, Thorvaldur Thórdarson, sagte dem Rundfunksender RÚV nun, die Isländerinnen und Isländer sollten sich auf eine kräftige Eruption auf der Halbinsel einstellen. Ein Ausbruch sei in den nächsten Jahren oder bereits Monaten wahrscheinlich.

32 aktive Vulkansysteme auf Island

In dem Gebiet befindet sich auch der Flughafen Keflavik, der größte von Island, über den fast der gesamte internationale Flugverkehr zur und von der Nordatlantik-Insel läuft.

Island hat 32 aktive Vulkansysteme, im Schnitt kommt es alle fünf Jahre zu einem Ausbruch. Im April 2010 hatte die Eruption des kleineren Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden damals gestrichen, gut zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

Ausbrüche hatten in der Vergangenheit auch immer wieder Schaulustige angezogen. Für Tausende Isländerinnen und Isländer war der Ausbruch des Fagradalsfjall im vergangenen Jahr eine willkommene Ablenkung von der Coronakrise. In Kraternähe herrschte fast Festivalstimmung (Sehen Sie hier ein Video).

bam/dpa
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