Schusswaffen aus dem 3D-Drucker Polizei in Island nimmt vier Männer wegen geplanten Terroranschlags fest

Island gilt als »friedlichstes Land der Welt« – nun sind vier Männer in Untersuchungshaft, weil sie an der Vorbereitung eines Terroranschlags beteiligt gewesen sein sollen. Die Polizei beschlagnahmte Schusswaffen und Munition.
Polizeibeamte in Island (Archivbild)

Polizeibeamte in Island (Archivbild)

Foto: Juliusson Ingolfur / REUTERS

Die isländische Polizei hat vier Menschen festgenommen, die an der Vorbereitung eines Terroranschlags beteiligt gewesen sein sollen. Die Polizei beschlagnahmte an neun verschiedenen Orten mehrere halbautomatische Waffen, darunter auch welche aus dem 3D-Drucker, sowie tausende Kugeln Munition. Dies teilte sie auf einer Pressekonferenz mit.

Vier Isländer im Alter von etwa 20 Jahren waren nach Polizeiangaben am Mittwoch in Kopavogur, einem Vorort der Hauptstadt Reykjavik, sowie in der Stadt Mosfellsbaer im Südwesten Islands festgenommen worden. Zwei von ihnen befinden sich nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft.

Während die Motive des geplanten Anschlags noch unklar waren, soll es sich bei den möglichen Zielen um »verschiedene Institutionen« und »Bürger des Staates« handeln, darunter auch das Parlament und die Polizei.

Ermittlungen möglicherweise im rechtsradikalen Milieu

Nun werde geprüft, ob die Männer Verbindungen zu extremistischen Organisationen oder ausländischen Behörden haben, teilten die Beamten mit. »Soweit wir wissen, ist dies das erste Mal, dass eine Untersuchung dieser Art [in Island] eingeleitet wurde«, sagte Polizeivertreter Karl Steinar Valsson. Die Ermittlungen würden fortgesetzt, weitere Verhaftungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Grímur Grímsson von der Polizei in Reykjavík appellierte an die Öffentlichkeit, jede Sichtung von Waffen zu melden.

Island mit seinen rund 375.000 Einwohnern gilt laut Global Peace Index als das »friedlichste Land der Welt«. Das Land hat eine der weltweit niedrigsten Kriminalitätsraten, allerdings haben auch dort Gewaltverbrechen in den vergangenen Jahren zugenommen.

jso/AFP
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