Verstoß gegen Koscher-Gebot Soldat wegen Schinkenbrot bestraft

Weil sein Frühstücksbrot mit Schweineschinken belegt war, wurde ein israelischer Offiziersanwärter von seinem Vorgesetzten bestraft. Er bekam elf Tage Hausarrest auf seiner Militärbasis.

Israelische Soldaten essen bei einer Rast Krapfen, eine koschere Süßspeise zu Chanukka.
Getty Images

Israelische Soldaten essen bei einer Rast Krapfen, eine koschere Süßspeise zu Chanukka.


Ein israelischer Soldat muss mit einer Arreststrafe dafür büßen, dass er im Dienst ein nicht koscheres Sandwich aß. Das mit Schweinefleisch belegte Brot hatte ihm seine säkulare Großmutter mitgegeben, berichteten israelische Medien, darunter "Haaretz".

Bei der Armee gilt jedoch wie in allen staatlichen Küchen Israels ein striktes Koscher-Gebot. Deshalb wurde der Soldat, der die Speisevorschrift angeblich nicht kannte, zunächst zu elf Tagen Militärgefängnis verurteilt. Nachdem der Fall durch die Medien auf ein hohes öffentliches Interesse gestoßen war, wurde der Arrest jedoch in eine Ausgangssperre abgemildert.

Die Armee rechtfertigte die harsche Bestrafung damit, dass sich das Verhalten für einen Soldaten, der sich gerade in der Offiziersausbildung befinde, nicht gehöre. Nach einer erneuten Betrachtung des Falles habe man sich aber zu einer weniger harten Ahndung entschlossen.

Der aus Boston stammende Soldat lebt bei seiner säkularen Großmutter in einem Kibbuz, berichtet der Sender Radio Israel. Von seinen nicht koscheren Schinkensandwiches hatte er offenbar auch Kameraden aus seiner Einheit angeboten, mit denen er sich auf einem Einsatz befand.

agr

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.