Italien Berlusconi legt Keuschheitsgelübde ab

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist bekannt für seine zweideutigen Bemerkungen. Die Zusage allerdings, die er nun auf einer Wahlkampfveranstaltung ablegte, ist klar: Berlusconi versprach einem TV-Priester, vor der Wahl im April keinen Sex mehr zu haben.

Rom - Fernsehpriester Massimiliano Pusceddu hatte dem Premier auf der Veranstaltung auf Sardinien seinen Segen mit auf den Weg gegeben. Der Geistliche dankte Berlusconi dafür, dass er sich gegen die Homo-Ehe und für traditionelle Familienwerte einsetze. Der Medientycoon erwiderte darauf der Zeitung "Il Giornale" zufolge: "Ich versuche, Sie nicht zu enttäuschen, und verspreche Ihnen zweieinhalb Monate kompletter sexueller Abstinenz bis zum 9. April."

Der zum zweiten Mal verheiratete Berlusconi rühmt sich gern seiner körperlichen Fitness. Nach einer Gesichtsstraffung und einer Haartransplantation wirkt der 69-Jährige jünger als bei seiner Wahl 2001.

Immer wieder stand Berlusconi wegen sexistischer und anzüglicher Äußerungen in der Kritik. Im Juni hatte er mit der Bemerkung, er habe "Playboy-Taktiken" benutzt, um die finnische Präsidentin von einer Standortfrage zu überzeugen, für Verärgerung gesorgt. Bei einer Konferenz 2002 hatte er dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen öffentlich gutes Aussehen bescheinigt und angefügt, er denke darüber nach, Rasmussen seiner Gattin vorzustellen. Zu dieser Zeit kamen immer wieder Gerüchte auf, Berlusconis Frau habe eine Affäre mit einem bekannten linksliberalen Politiker.

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