Wasserkrise Italien ruft Notstand in zwei Regionen aus

Sengende Hitze und kaum Niederschlag: Weite Teile Italiens leiden unter akutem Trinkwassermangel. Nun greift die Regierung durch, wirklich helfen würde aber wohl nur eines - Regen.
Bracciano-See mit niedrigem Pegelstand

Bracciano-See mit niedrigem Pegelstand

Foto: Andrew Medichini/ AP

Wegen akuten Wassermangels hat die italienische Regierung den Notstand für die Regionen Latium und Umbrien ausgerufen. Damit werden dem Zivilschutz besondere Befugnisse erteilt, um der Versorgungsknappheit entgegenzutreten, wie der Ministerrat nach einer Sitzung mitteilte. Die Regierung verlängerte auch den im Februar ausgerufenen Notstand für die Provinzen Agrigent und Messina auf Sizilien.

Die betroffenen Regionen sind bei Touristen äußerst beliebt. Im Latium liegt auch die Hauptstadt Rom, die seit Wochen unter Wassermangel leidet; kurzzeitig stand sogar eine Rationierung zur Debatte. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge darf der Wasserversorger Acea nun weiterhin Wasser aus dem für die Versorgung der Metropole wichtigen Bracciano-See pumpen - allerdings nur noch 400 statt 900 Liter pro Sekunde.

Viele Regionen vor allem in Mittel- und Süditalien leiden seit Wochen unter ungewöhnlicher Trockenheit und Wassermangel. Zudem plagen Waldbrände das Land. Die Feuerwehr barg am Montag bei Löscharbeiten zwei Frauenleichen aus einem Haus, das von Flammen eingeschlossen worden war. Wegen der extremen Wetterlage waren bereits in den vergangenen Tagen im Norden des Landes mehrere Menschen ums Leben gekommen.

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Tote in Italien: Hitze, Unwetter, Waldbrände

Foto: VENETO ALPINE AND SPELEOLOGI/REX/Shutterstock

In Italien herrschen seit Längerem vielerorts Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. Immer wieder kommt es auch zu Buschbränden, in vier Wochen ist fast so viel Waldfläche verbrannt wie im gesamten vergangenen Jahr.

Auch in anderen Teilen Europas herrschen Unwetter und Hitze. In Österreich war die Feuerwehr am Wochenende im Dauereinsatz, inzwischen hat sich die Lage deutlich gebessert. In Griechenland stellen sich die Behörden auf eine heftige Hitzewelle bis zum Wochenende ein. Auf Mallorca halten sich seit Ende Juli extreme Temperaturen von zeitweise über 40 Grad.

mxw/dpa
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